Aus und vorbei: Ehemaliger Tour-Sieger
Jan Ullrich beendete seine aktive Karriere!

Ex-Radsuperstar wird Berater beim Team Volksbank Klarstellung: "Habe in meiner Karriere nie betrogen"<br>PLUS: Ullrichs Karriere im Zeitraffer und Kurz-Porträt!

Sein Karriereende hätte sich der deutsche Radsport-Superstar Jan Ullrich zwar womöglich anders vorgestellt. Dennoch gab sich der Tour-de-France-Sieger von 1997 bei seiner offiziellen Rücktrittserklärung in Hamburg betont gelassen. Der 33-Jährige ist in Zukunft unter anderem als "Berater, Werbeträger und Repräsentant" für den österreichischen Rennstall Volksbank tätig. Sämtliche Dopingvorwürfe wies der Deutsche entschieden zurück.

Aus und vorbei: Ehemaliger Tour-Sieger
Jan Ullrich beendete seine aktive Karriere!

"Ich habe mir nichts vorzuwerfen", versicherte Ullrich. "Ich kann mit Stolz behaupten, in meiner ganzen Karriere nie betrogen und vor allem niemanden geschädigt zu haben. Das ist ganz groß." Dennoch ermittelt weiterhin die Staatsanwaltschaft Bonn weiterhin wegen Betrugs. Zu laufenden Verfahren wollte der fünfmalige Zweite der Frankreich-Rundfahrt (1996, 1998, 2000, 2001 und 2002) allerdings nicht Stellung nehmen. Fragen waren den Journalisten nicht gestattet.

"Komme mir vor wie ein Schwerverbrecher"
Ullrich holte in seiner Rücktrittserklärung zu einem Rundumschlag gegen einzelne Verbände, Funktionäre und Medien aus, sprach unter anderem von einer "Vorverurteilung". "Ich komme mir vor wie ein Schwerverbrecher. Ich habe kein Vertrauen mehr in Verbände und Gerichte", begründete der Deutsche die Klagen seiner Anwälte. Dem einzigen deutschen Tour-Sieger wird vorgeworfen, sich beim mutmaßlichen spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes mit manipulierten Blutkonserven und diversen Dopingmitteln eingedeckt zu haben. Schlüssige Beweise dafür gibt es nach wie vor nicht.

Nach längerem Zögern hatte Ullrich zuletzt eine DNA-Probe abgegeben, die mit einem entsprechenden Blutbeutel aus Spanien abgeglichen werden soll. Die Affäre Fuentes war im vergangenen Mai ins Rollen gekommen. Ullrich ist einer der wenigen Fahrer, die seit ihrem Ausschluss von der Tour de France am 30. Juni 2006 keine Rennen mehr bestritten haben. Sein italienischer Rivale Ivan Basso etwa fährt seit Jahresbeginn für das US-Team Discovery Channel.

Berater-Tätigkeit bei österreichischem Team
Ullrich bezeichnete jenen 30. Juni als den "schwärzesten Tag" seiner Karriere. "Ich war in Topform, aber dann brach meine Sportlerwelt zusammen", erklärte der Topstar, der sich zuletzt fit gehalten und laut eigenen Angaben Angebote von sieben verschiedenen Teams - darunter Volksbank - vorliegen hatte. "Ich konnte sagen, fahre ich weiter oder nicht. Das ist mir wichtig", betonte Ullrich, der sich aus freien Stücken für den Rücktritt und die Berater-Tätigkeit in Österreich entschied.

Das Team Volksbank ist als Pro-Continental-Tour-Team neben Elk Haus die höchstklassige Mannschaft Österreichs und will langfristig auch noch mehr im internationalen Geschäft mitmischen. "Jan Ullrich ist eine unglaubliche Chance für den Radsport in Österreich", versicherte Teamchef Thomas Kofler, der gemeinsam mit Fahrer und Manager Harald Morscher nach Hamburg gereist war. "Seine Erfahrung wird eine gesunde Basis für eine gesicherte Zukunft des Teams legen."

(apa/red)