Aus dem Drang zum kreativen Experiment:
Franzose Jean Nouvel erhält Pritzker-Preis

62-Jähriger für Talent, Vision und Engagement geehrt Multifunktionsgebäude am Wr. Donaukanal in Auftrag

Aus dem Drang zum kreativen Experiment:
Franzose Jean Nouvel erhält Pritzker-Preis © Bild: Philippe Ruault

Der französische Architekt Jean Nouvel erhält 2008 den renommierten Pitzker-Preis für Baukunst. In Wien hat Nouvel u.a. einen der Gasometer umgebaut; am Donaukanal wird im Auftrag der UNIQA-Versicherung ein Multifunktionsgebäude errichtet. In Paris zeichnete der 62-Jährige für das Institut der Arabischen Welt verantwortlich.

Nouvel zeichne sich für seine gesamte Karriere aus, die "von seiner couragierten Verfolgung neuer Ideen und seiner Infragestellung akzeptierter Normen, um die Grenzen seines Arbeitsfeldes auszudehnen", geprägt gewesen sei, erklärte Thoms Pritzker, Präsident der Hyatt-Stiftung, die den Preis seit 1979 vergibt.

Jean Nouvel
Die Jury würdigte "die Kohärenz, die Fantasie und vor allem einen unersättlichen Drang nach kreativen Experimenten" im Werk von Jean Nouvel. Der Architekt wurde 1945 in Fumel in Südwestfrankreich geboren, verschrieb sich zunächst der Malerei, schrieb sich 1964 allerdings an der Schule der Schönen Künste in Bordeaux in Architektur ein. Später studierte er an der Ecole Nationale Superieure des Beaux-Arts in Paris.

Nouvels Werke
Das Institut der Arabischen Welt, eine der sogenannten "grands travaux" (große Arbeiten) des damaligen französischen Präsidenten Francois Mitterand (1981-1995), stand am Beginn der internationalen Karriere Nouvels im Jahr 1987, 17 Jahre nachdem er ein eigenes Büro aufgemacht hatte. Weitere Arbeiten Nouvels: die Renovierung der Oper von Lyon, das Gebäude der Cartier-Stiftung in Paris, das Kultur- und Kongresszentrum in Luzern, der Agbar-Turm in Barcelona. In den USA errichtete Nouvel u.a. ein Hochhaus in Manhattan in New York.

Pritzker-Preis
Der Pritzker-Preis gilt als höchste Auszeichnung im Bereich Architektur. Er wird mit den Nobelpreisen im Bereich wissenschaftlicher Leistungen gleichgesetzt. Die Auszeichnung ist mit 100.000 Dollar (63.307 Euro) dotiert. Der Preisträger erhält ihn in Form einer bronzenen Medaille, die jedes Jahr an einem anderen Ort überreicht wird - heuer in Washington.

Talent, Vision und Engagement
Der Preis "würdigt jedes Jahr einen lebenden Architekten, dessen tatsächlich gebautes Werk Talent, Vision und Engagement beweist, der durch seine architektonische Kunst einen wichtigen und festen Beitrag zur Menschheit und zum Bauwesen geleistet hat", so die Stiftung über die Auszeichnung. (apa/red)