Augen-OPs im Check

Welche Methoden für wen passen, welche Risiken drohen und was der Eingriff kostet

8.000 Österreicher lassen sich jedes Jahr lasern und legen damit für immer ihre Brille ab. NEWS stellt die einzelnen Methoden, Vorteile, Risiken und Kosten vor.

von Augenoperation © Bild: Thinkstock/Hemera

Relex Smile

Mit einem Femto-Sekunden-Laser wird die oberste Hornhaut auf etwa vier Millimeter eingeschnitten. Dann entnimmt der Arzt das überschüssige Gewebe, das zur Fehlsichtigkeit führt. Die Methode wirkt bei Patienten bis 40 Jahre mit einer Kurzsichtigkeit bis zehn und einer Hornhautverkrümmung bis fünf Dioptrien. Die Hornhaut behält bei dieser schonenden Methode ihre natürliche Struktur. Damit erholt sich die Sehschärfe schneller. Bis auf das nach der Operation manchmal auftretende Trockenheitsgefühl in den Augen sind bisher keine Risiken bekannt. Kosten: rund 2.500 € pro Auge.

Kamra-Inlay

Ein Femto-Laser schneidet ein Stück der obersten Hornhaut auf, die zur Seite geklappt wird. Dann wird eine 1,6 Millimeter kleine Kunststofflinse eingesetzt, die von selbst haftet. Die Hornhaut muss gesund und ausreichend dick sein. Ideal für Patienten, die ab 40 Jahren plötzlich unter Altersweitsichtigkeit leiden. Es muss nicht genäht werden, da die Hornhautscheibe in wenigen Tagen wieder mit der Hornhaut verwächst. Häufigste Nebenwirkungen sind Blendphänomene in der Dämmerung und Sehschwankungen gleich nach der Operation. Kosten: rund 3.500 €.

Femto-Lasik

Per Laser wird eine hauchdünne Lamelle der Hornhaut aufgeschnitten und weggeklappt. Danach wird die darunterliegende Hornhaut abgetragen, um die Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Geeignet für Kurzsichtigkeit bis maximal acht Dioptrien, Weitsichtigkeit bis drei Dioptrien und Hornhautverkrümmung bis fünf Dioptrien. Die Heilung der häufigsten, fast schmerzfreien Methode verläuft zumeist sehr schnell. Das Komplikationsrisiko ist gering. Die Hornhaut kann aber durch den Eingriff geschwächt werden. Bei Erschütterungen können sich auch Teile der Hornhaut lösen. Kosten: rund 2.500 € pro Auge.

Lasek

Die oberste Schicht der Hornhaut wird mit einer Lösung (verdünnter Alkohol) getränkt und anschließend abgelöst. Dann wird das tieferliegende Gewebe per Laser abgetragen. Geeignet für Kurzsichtigkeit bis maximal sechs Dioptrien, Weitsichtigkeit bis ein Dioptrien und Hornhautverkrümmung bis fünf Dioptrien. Die Hornhaut bleibt stabiler als beim Femto-Lasik-Verfahren. Darüber hinaus ist der Eingriff günstiger als andere Methoden. Allerdings dauert der Heilungsprozess länger und ist schmerzhafter. In seltenen Fällen können Infektionen und Narben auftreten. Kosten: rund 2.000 € pro Auge.

Trifokallinse

Nachdem die Hornhaut am Rand eingeschnitten wurde, wird die Linse mit Ultraschallwellen oder Laser zerkleinert und abgesaugt. Im Anschluss wird eine künstliche Linse eingesetzt. Geeignet für Patienten ab 50 Jahren, die im Nah-, Fern- oder mittlerem Sichtbereich stark eingeschränkt sind und an beginnendem Grauen Star leiden. Vor allem der mittlere Sichtbereich – dazu zählen Abstände von rund 80 Zentimetern – wird deutlich verbessert. Die Methode verspricht aber keine absolute Brillenfreiheit. Auch das Sehen bei Dämmerung bleibt in vielen Fällen eingeschränkt. Kosten: rund 3.000 Euro pro Auge.

Phake-Linsen

Mit einem Diamantmesser wird das Auge am Rand der Hornhaut fünf Millimeter eingeschnitten. Danach wird eine Kunstlinse durch die Öffnung geschoben und an der Iris eingehakt. Die Methode für Härtefälle verbessert Kurzsichtigkeit bis 22 Dioptrien und Weitsichtigkeit bis immerhin zwölf Dioptrien. Die Linse ist nicht spürbar und muss – wie bei den anderen Implantaten auch – nicht gereinigt oder ausgetauscht werden. Bei diesem Eingriff ist allerdings die Öffnung des Augapfels nötig. Es besteht daher das Risiko von chronischen Augenentzündungen. Kosten: rund 2.500 € pro Auge.

Mehr zum Thema finden Sie in NEWS 17/13.

Kommentare

Bin 40+ und weitsichtig - hat jemand echte Erfahrungen mit 2 diop. Weitsichtigkeit und OP?

So ein Unsinn. Wenn man kurzsichtig ist, hat man im Alter kein Problem mit der ständig verlegten Lesebrille.

So muss man nur die Brille gegen Kurzsichtigkeit hoch klappen und sieht dann gut in der Nähe.

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