Aufstieg in Weltgruppe I rückt näher: ÖTV- Damen holen sich den Sieg gegen Australien

Bammer und Paszek holen die notwendigen Punkte

Aufstieg in Weltgruppe I rückt näher: ÖTV- Damen holen sich den Sieg gegen Australien

Auf Schultern vom Platz getragen werden. Ein Gefühl, das Sybille Bammer bisher nicht gekannt hat. Die Oberösterreicherin durfte es in der Dornbirner Messehalle vor rund 2.000 Zuschauern voll auskosten. Bammer hatte mit ihren Zweisatzsiegen über Alicia Molik und am zweiten Tag über Samantha Stosur (6:3,7:5 nach 84 Minuten) maßgeblich zum Heimsieg der ÖTV-Damen beigetragen. Nun spielt Österreich am 14./15. Juli gar um den Aufstieg in die Riege der besten acht Nationen, also der Weltgruppe I.

"Ein unbeschreibliches Gefühl", freute sich Bammer, der dieser Fed Cup auch für ihre persönliche Karriere weiterhelfen wird. "Das war ein guter Schritt in die richtige Richtung", sagte die Ottensheimerin, die in der Weltrangliste schon auf Platz 25 vorgestoßen ist.

Auch die Einbindung von Barbara Schwartz als Assistant Coach hat wohl einen Anteil am Erfolgspaket. "Ich habe mich beim Fed Cup noch nie so wohl gefühlt wie in dieser Woche." Das Klima im Team ist hervorragend und Bammer sicherte auch schon jetzt zu, dass sie auch Mitte Juli wieder zur Verfügung steht.

Auch Fed-Cup-Kapitän Alfred Tesar war sehr zufrieden. "Im Dezember waren wir noch Außenseiter, doch durch die Leistungsentwicklungen wurde es zu einer 50:50-Ausgangslage", sagte der 58-Jährige, der in seiner Amtszeit nun bei 7:6-Siegen hält. "Ich habe eine 3:0-Führung prophezeit", gab er zu. Nach der 2:0-Führung hat Tesar nicht mehr am Sieg gezweifelt.

Eben so wenig wie Bammer an ihrem zweiten Fed-Cup-Sieg. Obwohl Stosur stärker spielte als gegen Paszek - auch deshalb, weil ihr Bammers Spiel besser liegt - war Bammer nie wirklich in Gefahr. Auch nicht als Stosur ein 3:5 im zweiten Satz zum 5:5 ausglich. Immer wenn es kritisch wird, schließt Bammer ihre Augen, atmet durch und diese verbesserte mentale Stärke hilft ihr in ihrer Karriere stetig weiter. Mentaltrainer Fritz Weilharter hat ganze Arbeit geleistet, ebenso wie ihr Trainer Jürgen Waber. "Das war sehr wichtig für sie, obwohl sie hier nicht so gut gespielt hat wie auf der Tour." Bammer bestätigte das: "Ja, auf der Tour spiele ich noch aggressiver."

Wenn es eine Schwäche im Fed-Cup-Team gibt, dann das Doppel. Auch diese soll nun ausgemerzt werden, Bammer wird in Wimbledon und bei den US Open mit Tamira Paszek antreten, das ist ausgemachte Sache. Auch bei den French Open spielt Bammer - an der Seite von Julia Schruff (GER) - ihr erstes Grand-Slam-Doppel.

Nach Sybille Bammer hat auch Tamira Paszek mit einer überzeugenden Leistung und einem 6:4,6:2-Erfolg über Alicia Molik ihren zweiten Punkt gegen Australien geholt. Die Weltranglisten-84. benötigte nur 77 Minuten zur 4:0-Führung des ÖTV-Teams, das bis zum Doppel nicht einen Satz abgegeben hat.

Paszek untermauerte mit klaren Siegen über die Nummern 28 und 59 im WTA-Ranking ihr Riesenpotenzial. Nur acht Games gab die Dornbirnerin trotz der sicher nicht einfachen Aufgabe, vor Familie und vielen Freunden in ihrer Heimatstadt zu spielen, ab. Und man vergisst dabei leicht, dass Tamira ja noch fast das ganze Jahr, bis zum 6. Dezember, 16 Jahre jung ist.

"Das Wochenende war richtiges Gänsehaut-Feeling. Das kann mir niemand mehr nehmen", sagte "Mimi". Paszek freute sich über ihr "Super-Tennis", das sie in der Dornbirner Messehalle, nur knapp fünf Autominuten von der Familienwohnung entfernt, zeigen konnte. "Es war einfach unglaublich."

Ergebnisse:

Samstag:
Tamira Paszek - Samantha Stosur 6:1,6:1
Sybille Bammer - Alicia Molik 7:5,6:4

Sonntag:
Bammer - Stosur 6:3,7:5
Paszek - Molik 6:4,6:2

Übrige Ergebnisse:
Weltgruppe I - 1. Runde:
USA - Belgien 5:0 (Delray Beach, Hartplatz):

Venus Williams - Kirsten Flipkens 7:5,6:2
Serena Williams - Caroline Maes 6:1,6:4
Vania King - Flipkens 4:6,6:4,7:5
V. Williams - Yanina Wickmayer 6:1,6:2
King/Lisa Raymond - Tamaryn Hendler/Maes 6:1,6:2

Russland - Spanien 5:0 (Moskau, Sand, Halle)

Frankreich - Japan 5:0 (Limoges, Sand, Halle)

Italien - China 5:0 (Castellaneta Marina, Sand)

Halbfinale (14./15.7.): USA - Russland, Italien - Frankreich

Weltgruppe II:
Tschechien - Slowakei 5:0 (Preßburg, Sand)

Deutschland - Kroatien 4:1 (Furth, Sand)

Kanada - Israel 2:3 (Kamloops, Teppich, Halle):

Stephanie Dubois - Shahar Peer 4:6,4:6
Aleksandra Wozniak - Tzipora Obziler 4:6,6:4,4:6
Wozniak - Peer 4:6,0:6
Marie-Eve Pelletier - Obziler 6:1,6:1
Dubois/Pelletier - Obziler/Peer 6:3,4:6,7:5

Österreich - Australien 4:1 (Dornbirn, Sand, Halle)

Österreich spielt im Weltgruppen-Playoff (14./15.7.) - im Topf für
die Auslosung sind: Belgien (heim), Spanien (h), Japan (h), China
(Los), Tschechien (Los), Deutschland (auswärts) und Israel (Los)

(apa/red)