Aufregung um SPÖ-Intervention im ORF:
ZiB 2-Bericht über Krone nicht gesendet

ORF dementiert angebliche Einflussnahme der SPÖ ÖVP-Kritik: "Krammer brachte ORF auf SPÖ-Linie"

Aufregung um SPÖ-Intervention im ORF:
ZiB 2-Bericht über Krone nicht gesendet © Bild: APA/Barbara Gindl

Aufregung hat es rund um eine angebliche SPÖ-Intervention beim ORF gegeben. Laut dem Nachrichtenmagazin "profil" soll in der "ZiB 2" wegen der Berichterstattung der "Kronen Zeitung" über SPÖ-Spitzenkandidat Faymann ein Beitrag über die Rolle des Boulevardblattes im Wahlkampf geplant gewesen sein. Nach einer Intervention durch die SPÖ sei der Bericht nicht gesendet worden.

Laut "profil" sei im Teletext der Beitrag angekündigt gewesen, stattdessen wurde dann jedoch ein Beitrag zum geplanten Einstieg von Scheichs aus Abu Dhabi bei Daimler ausgestrahlt. Die laut "profil" offizielle Begründung des ORF: "Der Beitrag ist nicht rechtzeitig fertig geworden." Er werde kommende Woche ausgestrahlt.

Am Samstag erklärte der ORF, dass es "in der gegenständlichen Angelegenheit 'Beitrag zur Medienmacht Krone' weder eine Intervention noch eine andere versuchte Einflussnahme von außen gab". Wann ein geplanter Beitrag gesendet werde, würden "ausschließlich die zuständigen Strukturen der ORF-Informationsdirektion im Rahmen ihrer inhaltlichen Verantwortung" entscheiden.

ÖVP und Opposition liefen dennoch Sturm. VP-Mediensprecher Morak erklärte, nun sei "klar, Faymanns Berater Krammer hat nun auch den ORF auf SPÖ-Linie gebracht und das mit voller Rückendeckung von ORF-General Wrabetz". Damit würden Wrabetz und Krammer, der auch SP-Vertreter im ORF-Stiftungsrat ist, die Unabhängigkeit des ORF "aufs Spiel" setzen, so Morak.

Der ORF-Sprecher der Grünen, Dieter Brosz, verlangte eine "lückenlose Aufklärung". FPÖ-Generalsekretär Vilimsky meinte, das Motto am Küniglberg dürfte offenbar "Sie wünschen - wir spielen nicht" sein. BZÖ-Generalsekretär Strutz sprach vom "nächsten Medienskandal bei der SPÖ".

Im Büro von Faymann wurden die Vorwürfe zurückgewiesen: "Das ist einfach lächerlich und schlägt in die gleiche Kerbe wie der Inseraten-Vorwurf", sagte die Sprecherin Faymanns der APA. Diese Vorwürfen würden sich nicht nur an Faymann und die SPÖ richten, sondern würden auch noch dazu den Medien unterstellen, sich bestechen zu lassen.
(apa/red)