Aufregung um Islam-Rede des Papstes: UNO-Beauftragter ist zutiefst beunruhigt

UNO-Menschenrechtsrat mit Aussagen beschäftigt

Der UNO-Beauftragte für den Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus hat die Papst-Äußerungen zum Islam als "zutiefst beunruhigend" bezeichnet. In einem Bericht an den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen schrieb Doudou Diene, die Rede von Benedikt XVI. in Regensburg sei für sich genommen keine Rechtfertigung von Islamfeindlichkeit. Sie fördere aber die Strömungen, die den Islam und den Terrorismus in eine Schublade stecken wollten.

Benedikt hätte in der von ihm angeführten Debatte aus dem 14. Jahrhundert beide Seiten darstellen sollen, erklärte der senegalesische Jurist Diene. Eine ausgewogene Herangehensweise hätte deutlich gemacht, dass "die Debatte über Gewalt und Religion eine lange kontroverse Geschichte" habe.

Der Papst hatte in der vergangenen Woche während einer Vorlesung an der Universität Regensburg den byzantinischen Kaiser Manuel II. Palaiologos mit einer Äußerung zum Verhältnis von Religion und Gewalt zitiert, wonach man im Islam "nur Schlechtes und Inhumanes finden" und könne. Dazu gehöre auch die Vorschrift, "den Glauben durch das Schwert zu verbreiten". Nach heftiger Kritik in der islamischen Welt hat Benedikt XVI. bedauert, dass seine Rede zu Missverständnissen Anlass gegeben habe. Er habe sich die zitierte Auffassung nicht zu eigen machen wollen.

Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen beschäftigte sich auf Antrag von Delegationen islamischer Länder mit den Äußerungen des Papstes. Den Bericht an das Gremium verfassten Diene und der Sonderberichterstatter zur Religionsfreiheit, Asma Jahangir. (apa/red)