Aufreger-Partie endet mit Tor-Reigen: Salzburg paniert Kärnten in letzten Minuten

Fulminantes Finale bringt den Bullen 3:0-Sieg ein Massive Fanproteste gegen Salzburg in 1. Halbzeit

Aufreger-Partie endet mit Tor-Reigen: Salzburg paniert Kärnten in letzten Minuten

Österreichs Fußball-Meister Red Bull Salzburg kam in der 12. Runde der T-Mobile-Bundesliga dank eines fulminanten Finales zu einem 3:0 (0:0)-Heimerfolg gegen Austria Kärnten. Nach zunächst erschreckender Leistung erlösten Jezek (84.), Leitgeb (87.) und Lokvenc (90.) mit ihren Treffern die Truppe von Startrainer Giovanni Trapattoni. Die Salzburger rückten mit dem achten Sieg im achten Saison-Heimspiel (inklusive Europacup) auf den zweiten Tabellenlatz vor.

Die Partie war von massiven Fanprotesten gegen die Salzburg-Spieler und Startrainer Giovanni Trapattoni überschattet. Mit 9.000 Fans gab es im Salzburger EM-Stadion einen Saison-Minusrekord.

Die Stimmung in Salzburg war nach den jüngsten Leistungen der "Starkicker" (u.a. 0:3 im UEFA-Cup gegen AEK Athen) vor dem Anpfiff auf dem Tiefpunkt angekommen. Durch den Streik der Fans und das mannschafts- und trainer-kritische Flugblatt der Südkurve herrschte in Wals-Siezenheim Grabesstimmung. "Trap - Wir haben fertig" war auf einem der zahlreichen Protestplakate der schwer verärgerten Anhänger zu lesen. Auf akustische Unterstützung wurde vor der Pause verzichtetet, stattdessen wurden die Salzburger bei jeder misslungenen Aktion gnadenlos ausgepfiffen.

Und die Hausherren, die bis dato zumindest daheim stets souverän agiert hatten, ließen sich von der feindlichen Stimmung in ihrer Heimarena anstecken. Die Salzburger agierten nervös, dem als Ordnungsfigur gedachten Ilic misslang so gut wie alles. Kärnten agierte im Mittelfeld konsequent und machte vor allem dank Ledwon und Zakany die Räume eng - das reichte bereits, um die ideenlosen Salzburger in Schach zu halten.

Hinzu kam, dass bei Salzburg nach Zickler ein weiterer Schlüsselspieler verletzungsbedingt ausfiel. Mittelfeld-Abräumer Kovac zog sich bereits in der Anfangsphase eine Muskelverletzung zu. Gut möglich, dass der kroatische Teamkapitän wie Zickler bis zum UEFA-Cup-Rückspiel gegen AEK Athen am 4. Oktober nicht mehr fit wird.

Salzburg agierte erschreckend bis katastrophal, nach einer Fehlpassorgie und einer Halbzeit ohne große Torchance wurden die Akteure mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabinen verabschiedet. Zickler und Neo-Sportdirektor Heinz Hochhauser suchten daraufhin in der Pause den Weg in den Fanblock und versuchten dort die Gemüter zu beruhigen.

Mit Wiederbeginn erschien Red-Bull-Boss Didi Mateschitz und die Salzburg-Fans nahmen zumindest bis auf weiteres die Unterstützung wieder auf. Trapattoni brachte mit Rakic eine zweite Spitze, doch am Spiel änderte sich wenig. Bei Salzburg funktionierte der letzte Pass weiter nicht, zudem gab es zu wenig Bewegung. Und in der 62. Minute hatte man Glück, dass es nicht das 0:1 gab, denn Hauser schoss nach Wolf-Stanglpass aus kurzer Distanz über das leere Tor.

Im Finish platzte dann der Knoten für die Salzburger. Und das gleich dreifach. Zunächst zog Jezek nach Lokvenc-Zuspiel unhaltbar ab (84.), dann schob Leitgeb nach schönem Doppelpass mit Lokvenc locker ein (87.) und dann traf auch noch Lokvenc nach Rakic-Zuspiel (90.).

Red Bull Salzburg - SK Austria Kelag Kärnten 3:0 (0:0)
Salzburg, Stadion Wals-Siezenheim, 9.000, SR Gangl

Torfolge: 1:0 (84.) Jezek
2:0 (87.) Leitgeb
3:0 (90.) Lokvenc

Salzburg: Ochs - Steinhöfer, Vargas, Sekagya (68. Bodnar), Dudic - Vonlanthen, Carboni, Kovac (10. Leitgeb), Jezek - Ilic (46. Rakic) - Lokvenc

Kärnten: Schranz - Bubenik, Weber, Ortlechner, Prawda - Wolf, Ledwon, Zakany, Hauser - Kabat, Fidjeu-Tazemeta (79. Mössner)

Gelbe Karten: Rakic bzw. Weber, Ledwon

(apa/red)