Aufatmen bei Pereiro: Zweiter der Tour de France vom Dopingverdacht freigesprochen

Ausnahmegenehmigung für Medikament war zulässig Spanier belegte Platz 2 hinter Dopingsünder Landis

Aufatmen bei Pereiro: Zweiter der Tour de France vom Dopingverdacht freigesprochen

Der Internationale Radsport-Verband (UCI) hat den Spanier Oscar Pereiro von den gegen ihn geäußerten Dopingverdächtigungen freigesprochen. Der Zweitplatzierte der letztjährigen Tour-de-France war während der Rundfahrt zweimal positiv auf das Asthmamittel Sulbutamol getestet worden, verfügte für das Medikament aber über eine Ausnahmegenehmigung des Weltverbandes.

Die französische Anti-Doping-Agentur (AFDL) hatte bemängelt, dass der 29-Jährige zum Zeitpunkt der Tour keine gültige Genehmigung besessen habe und deren späteren Nachweis verabsäumt hatte. Da der Spanier nun die notwendigen Unterlagen nachgereicht hat, sieht die UCI keinen Grund mehr, von einem Dopingvergehen zu sprechen.

Pereiros Versäumnis stufte der Weltverband aber als eine "ernste Nachlässigkeit" ein und erklärte weiter, dass diese zu bedauern und dem Radsport dadurch eine Imageschaden entstanden sei.

Die UCI habe die AFDL außerdem gebeten, es in Zukunft zu unterlassen, von einem Dopingfall zu sprechen, wenn der betreffende Fahrer lediglich einen administrativen Fehler begangen habe.

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Freispruchs ist Pereiro in die Offensive gegangen. Der 29-jährige Spanier forderte seine Regierung noch dazu auf, gegen die französische Tageszeitung "Le Monde" rechtlich vorzugehen, weil er sich von dieser "misshandelt" fühlt.

"Ich fühle mich nicht von der Tour verfolgt, sondern nur von Le Monde", betonte Pereiro, der bei den Tour-Etappen nach Gap am 17. Juli und La Toussuire am 19. Juli 2006 zweimal positiv auf das Mittel Salbutamol getestet worden war, wie "Le Monde" exklusiv berichtet hatte.

Mit der Erklärung der UCI gilt Pereiro nun wieder als erster Anwärter auf den Platz des Tour-Siegers 2006, nachdem der des Dopings überführte Floyd Landis den Titel voraussichtlich abgeben muss. Dem US-Amerikaner war nach der 17. Tour-Etappe Testosteron-Doping nachgewiesen worden.

(apa/red)