Aufatmen in Graz: Sturm und GAK erhalten Lizenz für kommende Bundesliga-Saison!

In zweiter Instanz - Haftungserklärung rettet Klubs<br>Sturm muss 2006/07 mit drei Minuspunkten beginnen Keine Spielerlaubnis hingegen für Absteiger Admira

Der Grazer Fußball ist auch in der kommenden Saison mit zwei Vereinen in der höchsten österreichischen Spielklasse vertreten. Der GAK und der SK Sturm, dem allerdings für 2006/07 drei Punkte abgezogen werden, erhielten am Montag in zweiter Instanz vom Protestkomitee der Bundesliga ebenso die Lizenz wie der Erstligist SC Schwanenstadt. Dagegen wurde Bundesliga-Absteiger Admira die Spielgenehmigung verweigert.

Die Südstädter können gegen diese Entscheidung binnen 7 Tagen Klage beim Ständigen Neutralen Schiedsgericht einbringen, das bis 31. Mai ein endgültiges Urteil fällt.

In Graz war nach den positiven Bescheiden Durchatmen angesagt. "Es ist eine Erleichterung, doch wir haben uns auch sehr sicher gefühlt. Aber natürlich: ein Restrisiko bleibt immer", sagte GAK-Präsident Harald Sükar. Die "Rotjacken" arrangierten spontan eine kleine Dankesfeier, an der auch Sportlandesrat Manfred Wegscheider teilnimmt. Die Haftungserklärung der steirischen Landesregierung dürfte beide Grazer Klubs wohl gerettet haben.

Kartnig lobt sich selbst
Auch Hannes Kartnig jubelte. "Ich bin froh, dass wir die Kritiker in die Schranken gewiesen haben. Eines kann ich behaupten: Wenn es den Kartnig nicht geben würde, würde es auch Sturm nicht mehr geben. Ich habe in dieser Saison 2,5 Mio. Euro investiert und auch Sponsoren gebracht", sagte der Sturm-Boss, der nach der 0:1-Heimniederlage in der letzten Runde gegen Mattersburg von Fans massiv bedroht worden war und deshalb sogar Personenschutz angefordert hatte. "Aber ich hoffe, das mit dem Personenschutz hat sich mit dem positiven Lizenzbescheid erledigt."

Gegen die Störenfriede unter den Sturm-Fans will Kartnig nun scharf vorgehen. "Sie wurden alle gefilmt und werden Stadionverbot bekommen. So lassen wir nicht mit uns umgehen." Zunächst einmal stehen aber andere Themen im Mittelpunkt. "Am Samstag gibt es eine Vorstandssitzung, da müssen wir uns über einen neuen Trainer, sportlichen Leiter und Manager unterhalten", sagte Kartnig und betonte, keine neuen Schulden machen zu wollen.

Ein Wermutstropfen aber bleibt für Sturm: Die "Blackys" müssen in die kommende Saison mit drei Minuspunkten starten - "wegen Verstößen gegen Verpflichtungen aus dem Lizenzierungsverfahren". "Ich habe keine Ahnung, warum wir drei Punkte abgezogen bekommen, aber wir werden dagegen berufen", kündigte Kartnig an.

Enttäuschung in der Südstadt
Während in Graz die Freude riesig war, herrschte bei der Admira niedergeschlagene Stimmung. "Die Enttäuschung ist sehr groß", gab der zerknirschte General Manager Hubert Baumgartner zu. Die weitere Vorgehensweise soll nun mit Präsident und "32group"-Boss Majid Pishyar abgestimmt werden. "Wir werden uns jetzt einmal die Begründung genau durchlesen und dann entscheiden. Es deutet aber alles darauf hin, dass wir bis zur letzten Instanz gehen", sagte Baumgartner. Von einer Lizenzverweigerung für die Admira würde der FC Kufstein profitieren, der dadurch in der Red Zac Ersten Liga bleiben würde.

Die zweithöchste Spielklasse dürfte in der kommenden Saison tatsächlich wie geplant mit 12 Vereinen über die Bühne gehen, denn alle Klubs, die in den drei Regionalligen derzeit an der Spitze liegen, erhielten die Profi-Lizenz. Nur Polizei SV-Team für Wien (4. Regionalliga Ost), SV Feldkirchen (5. Mitte), ASK Voitsberg (3. Mitte), SV Spittal (2. Mitte) und WSG Wattens (4. West) fielen durch.

(apa/red)