Auf bestem Weg zur Klima-Apokalypse?
Energieagentur fordert radikale Änderungen

Weltenergieverbrauch soll bis 2030 um 50% steigen Technischer Wandel "beispiellosen Ausmaßes" nötig

Auf bestem Weg zur Klima-Apokalypse?
Energieagentur fordert radikale Änderungen

Die Trends beim Energieverbrauch, bei den Energieeinfuhren, der Kohlenutzung und den Treibhausgasen haben sich verschlechtert - allen Versuchen das Weltklima zu retten zum Trotz. Wird weitergefuhrwerkt wie bisher, dann steigt der Weltenergieverbrauch bis zum Jahr 2030 um über 50 Prozent. Das ist das dramatische Ergebnis des "World Energy Outlook 2007" der Internationalen Energie Agentur (IEA).

"Resolute, sofortige und konzertierte Maßnahmen sämtlicher Regierungen sind unerlässlich", so die IEA. Insbesondere die aufstrebenden Riesen China und Indien hätten einer derart hohen Energiebedarf, dass dies zu "radikalen Veränderungen" der Weltenergiemärkte führen würde. China, das viermal mehr Einwohner zählt als die Vereinigten Staaten, wird die USA bald nach dem Jahr 2010 als weltgrößten Energieverbraucher ablösen. 2005 war der US- Energieverbrauch noch über ein Drittel höher als jener Chinas.

Wandel "beispiellosen Ausmaßes" nötig
Insbesondere die weltweite Erhöhung der Energieeffizienz wäre auf kurze Sicht die billigste und effektivste Maßnahme zur Kohlendioxidreduktion. Aber selbst dann würden die CO2-Emissionen 2030 noch um ein Drittel höher sein als heute. "Um eine wesentlich stärkere Emissionsminderung zu erzielen, wären sofortige Maßnahmen und ein technologischer Wandel beispiellosen Ausmaßes erforderlich", schreibt die bei der OECD angesiedelte Agentur.

Fossile Brennstoffe bleiben die wichtigste Primärenergiequelle, auf sie entfallen 84 Prozent des gesamten Anstiegs des Energieverbrauchs zwischen 2005 und 2030. Mineralöl wird weiter die größte Einzelkomponente des Energiemix bilden, auch wenn dessen Anteil am Weltenergieverbrauch von 35 auf 32 Prozent zurückgeht. Der Ölverbrauch wird sich um 37 Prozent erhöhen, der Kohleverbrauch um 73 Prozent. Der Stromverbrauch wird sich verdoppeln. (apa/red)