Auf den Terminator folgt ein Vegetarier:
Schwarzenegger übergibt Gouverneursamt

Demokrat Jerry Brown neues Oberhaupt Kaliforniens "Arnie" hinterlässt 72-Jährigem ein schwieriges Erbe

Auf den Terminator folgt ein Vegetarier:
Schwarzenegger übergibt Gouverneursamt © Bild: APA/EPA/MIKE NELSON

Der Unterschied ist so gewaltig wie Arnold Schwarzeneggers angespannter Bizeps: Der Mann, der den Job des früheren "Mister Universum" und "Terminator"-Darstellers in Sacramento übernehmen wird, studierte einst Zen-Buddhismus. Er half Mutter Theresa in Kalkutta und ernährt sich vegetarisch. Der 72-jährige Jerry Brown ist das intellektuelle, glatzköpfige Gegenstück zum "Gouvernator", der nach zwei Amtszeiten die politische Bühne in Kalifornien räumen muss.

Als Schwarzenegger 1982 als "Conan der Barbar" noch mit Schwertern wild um sich schlug, hatte Brown schon fast seine zweite Runde als kalifornischer Gouverneur absolviert. 1975 war er als jüngster Kandidat angetreten, heute ist er der älteste. Der Spitzname "Governor Moonbeam" hängt dem früheren Weltraum-Fan noch immer an. Er war ein vehementer Vietnamkriegsgegner, der als Gouverneur in einer kleinen Wohnung lebte, Energiesparen propagierte und mit der Country-Rock-Sängerin Linda Ronstadt ausging.

"Ich habe immer noch den missionarischen Eifer, die Welt zu verändern", sagte Brown nach seinem Wahlsieg vor jubelnden Anhängern in Oakland, wo der amtierende Justizminister zuvor acht Jahre als Bürgermeister den Ton angab.

Für die frühere eBay-Chefin Meg Whitman, die als republikanische Herausforderin ins Rennen um den Gouverneursposten gegangen war, hieß es am Wahlabend hingegen "außer Spesen nichts gewesen". Whitman hatte mehr als 140 Millionen Dollar (99,9 Mio. Euro) aus eigener Tasche in die Wahlschlacht gegen Brown gesteckt. Es war - von Präsidentschaftswahlen abgesehen - das teuerste Rennen in der Geschichte der USA.

Schwieriges Erbe
Schwarzenegger hinterlässt ihm ein schwieriges Erbe, mit einer Arbeitslosenquote von mehr als zwölf Prozent, mit der höchsten Zahl von Zwangsversteigerungen nach dem Kollaps des Immobilienmarktes und einem Milliardendefizit im Budget. Der einzige Lichtblick: Der Beliebtheitsgrad des scheidenden Politikers ist so tief gesunken, dass Brown als neuer Hoffnungsträger zumindest eine willkommene Abwechslung bietet.

Noch bevor Brown offiziell seinen Sieg erklärt hatte, bot Schwarzenegger früh in der Wahlnacht einen "reibungslosen Machtwechsel" an. Neben den vielen Gegensätzen gibt es auch Gemeinsamkeiten zwischen, etwa ihr starkes Bekenntnis zum Umweltschutz.

Umwelt: "Hasta la vista, Baby"
So feierte Schwarzenegger feierte jetzt auch mit Umweltschützern die Niederlage von "Proposition 23" und damit die Beibehaltung eines strikten Klimaschutzgesetzes, für das er sich 2006 starkgemacht hatte. Gegner wollten die geplante Reduzierung von Treibhausgasen vorübergehend kippen, solange der Staat unter hoher Arbeitslosigkeit leidet. Die Initiative scheiterte - und das trotz der Millionenspenden großer texanischer Ölfirmen.

Schwarzenegger, der als "grüner" Gouverneur in die Geschichte eingehen möchte, zeigte sich in der Wahlnacht gewohnt kämpferisch. Dass es ja keiner wagen sollte, sich in die kalifornische Umweltpolitik einzumischen, warnte der gebürtige Steirer. "Dann sagen wir: Hasta la vista, Baby!", grinste der Noch-Gouverneur.

(apa/red)

Kommentare

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ein linker asket gott helfe den kaliforniern

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Re: ein linker asket Da bist du aber am Holzweg mein Lieber. Kalifornien ist, entgegen der allgemeinen Vorurteile gegen die USA, immer neuen Ideen, vor allem was Pionierarbeit in Ökopolitik betrifft, positiv gegenübergestanden.

So hat man sich schon seit langem, auch auf politischer Ebene, zum Bioregionalismus bekannt. Eine politische Organisationsform, eine Grenzziehung nicht nach wirtschaftlich-politischen, sondern makroökologischen Grenzen Aspekten vorsieht - was logischerweise in Punkto Nachhaltigkeit ein großer Schritt ist.

Von der kalifornischen Politik können wir uns in Europa einiges abschaun...

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