Auf wilder Schafsjagd: Hüttenwirt erspäht fliehenden Bären 'JJ 1' bei Solsteinhaus/Zirl

Wirt hörte beim Schlafengehen ungewöhnliche Laute PLUS UMFRAGE: Was soll mit dem Bären passieren?

Auf wilder Schafsjagd: Hüttenwirt erspäht fliehenden Bären 'JJ 1' bei Solsteinhaus/Zirl

Der aus dem Trentino stammende Braunbär "JJ 1" hält seine "Jäger" weiter auf Distanz. Nach jüngsten Sichtungsmeldungen könnte sich der meist gesuchte Bär Europas mittlerweile im Tiroler Karwendelgebirge aufhalten. In Tirol wurde weiter versucht, das Tier zu lokalisieren und dann zu betäuben. Sollte dies in den nächsten Tagen nicht gelingen, dürften finnische Experten mit ihren Hunden zum Einsatz kommen, hieß es am Donnerstag aus dem Landhaus.

Am Mittwochabend soll das Tier beim Solsteinhaus oberhalb von Zirl im Bezirk Innsbruck-Land gesichtet worden sein. Als der Hüttenwirt und dessen Freundin nach ungewöhnlichen Geräuschen Nachschau halten wollten, habe der Meister Petz fluchtartig das Weite gesucht. Seine Freundin Jenny (23) habe beim Schlafengehen ungewöhnliche Laute gehört, berichtete Hüttenwirt Robert Fankhauser der APA. Als die beiden nach draußen gegangen seien, habe "JJ 1" zwischen der auf 1.805 Metern Höhe gelegenen Hütte und einem Nebengebäude die Flucht ergriffen. Seine Beobachtungen seien am Donnerstag bestätigt worden. Bei Tagesanbruch habe er zwischen 15 und 20 Zentimeter große Abdrücke von Bärentatzen gesichtet.

Der WWF hielt die Spuren am Donnerstag bei einer Nachschau für authentisch. Man hoffe, den Bären betäuben und ins Trentino zurück bringen zu können, erklärte eine Sprecherin. Die immer wieder ins Spiel gebrachte Bärenfalle könnte als Transportmittel für den betäubten Bären dienen. Da "JJ1" bisher nie mehr an ein und denselben Ort zurückgekehrt sei, dürfte ein Einfangen mit Falle eher unwahrscheinlich werden.

Möglicherweise war Meister Petz im Karwendel wieder hinter Schafen her. In dem Gebiet seien zwischen 400 und 500 Schafe aufgetrieben. Die Tiere seien in dem weitläufigen Gelände verstreut. Verendete oder verletzte Tiere habe er nicht finden können, berichtete der Hüttenwirt.

Das Solsteinhaus ist beliebtes Wanderziel im westlichen Karwendel. Die Alpenvereinshütte befindet sich zweieinhalb Stunden oberhalb von Zirl. (apa/red)