Auf Griechen wartet Herkules-Aufgabe:
Sparpaket bringt drakonische Einschnitte

In nächsten 3 Jahren müssen 30 Mrd. gespart werden Gehalts- & Pensionskürzungen, Steuererhöhungen

Die Griechen müssen in den kommenden drei Jahren eine Herkules-Aufgabe stemmen. Insgesamt muss das Elf-Millionen-Einwohner-Land nach Angaben seines Finanzministers Giorgos Papakonstantinou 30 Milliarden Euro sparen. Nur so kann Athen auf die Kredithilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Euro-Länder in Höhe von voraussichtlich rund 120 Milliarden Euro über drei Jahre hoffen. In Athen wurden die Grundzüge des erweiterten Sparprogramms bekannt:

- Gehaltskürzungen: Im staatlichen Sektor wurden die Gehälter um acht Prozent gekürzt. Bereits im März waren sie um sieben Prozent reduziert worden. Für Staatsbedienstete mit Bruttolöhnen ab 3.000 Euro fällt das 13. und 14. Monatsgehalt ganz weg. Wer weniger verdient, bekommt 500 Euro zu Weihnachten, 250 Euro zu Ostern und 250 für seinen Urlaub.

- Einstellungsstopp: Im staatlichen Sektor soll auf unbestimmte Zeit niemand eingestellt werden.

- Pensionskürzungen: Auch die Pensionisten, die mehr als 2.500 Euro bekommen, sollen ihre 13. und 14. Monatsbezüge verlieren. Alle anderen sollen zu Weihnachten 400, zu Ostern 200 sowie für den Urlaub 200 Euro bekommen. Rund 60 Prozent der Pensionisten verdienen nur bis 600 Euro im Monat.

- Steuererhöhungen: Die Mehrwertsteuer wird von 21 auf 23 Prozent erhöht - die zweite Anhebung seit Jahresbeginn. Zunächst war der Steuersatz von 19 auf 21 Prozent angehoben worden. Auch die Steuern auf Tabak, Spirituosen und Treibstoff steigen um zehn Prozent - zum dritten Mal seit Jahresbeginn. Schon zuvor war beschlossen worden, dass Immobilienbesitzer sowie Luxusgüter wie Autos und Yachten höher besteuert und hohe Einkommen mit einer Sondersteuer belegt werden.

(apa/red)