Auch das große Wien fing einmal klein an:
1. Wolkenkratzer wurde 1931/32 errichtet

Das Haus ist 53 Meter hoch und hat 16 Stockwerke Eine Wohnadresse für alles die "hoch hinaus wollten"

Auch das große Wien fing einmal klein an:
1. Wolkenkratzer wurde 1931/32 errichtet

Wiens erstes Hochhaus war eine Stadterregung. Und genau diesem Hochhaus widmet sich das Wien Museum. Eine Dokumentation über die Geschichte und die Errichtung des ersten "Wolkenkratzers" kann man in einer Vitrine beim Eingang des Hauses in der Herrengasse 6 - 8 im 1. Bezirk besichtigen.

Errichtet wurde das Haus in den Jahren 1931/32 und bereits während des Baus sorgte es für heftige architektonische und städteplanerische Diskussionen. Das erste Hochhaus, von Siegfried Theiß und Hans Jaksch geplant, ist 53 Meter hoch und verfügt über 16 Geschosse. Die Stockwerke 13 bis 16 dienten ab 1935 als Café und waren über damals hochmoderne Schnellzüge zu erreichen. In den spätern 60er-Jahren gestaltete man diese Etagen jedoch auch zu Wohnungen um.

Luxus auf 16 Stockwerken
Über viele Jahre hinweg hatte das Haus den ruf als Nobel-Wohnadresse. Lagen doch die Dienstwohnungen für Beamte der niederösterreichischen Landesregierung sowie für NÖ-Landeshauptleute und nicht zu vergessen die Wohnungen vieler Schauspieler des nahe gelegenen Burgtheaters in diesem Gebäude. Als neuen Markt entdeckte man damals aber auch den Bau von jungesellenwohnungen, so genannten "Ledigenwohnungen", nach dem neuesten architektonischen Stand.

Alles unter einem Dach
Immer mit dem Trend gehend, bot das Hochhaus den Mietern allerhöchsten Komfort: "Frauen können Gebäck und Delikatessen einkaufen, Möbelstoffe aussuchen, Fotografien hin- und zurückbringen, alles im Haus", vermeldete "Die Bühne". Außerdem konnte man im 7. Stock "turnen, sich der Gesichtspflege befleißigen" und "sich im sechsten psychologisch analysieren lassen". Im wahrsten Sinne des Wortes der Höhepunkt war das Restaurant mit einem sensationellem Blick auf die Stadt, großen Schiebefenstern und elektronisch zu öffnender Kuppel.

Hinter die Mauern blicken
Neben der Entstehungsgeschichte gibt die Dokumentation Einblicke in das Innenleben des Hauses und erinnert etwa an die Praxis des Nobelarztes Dr. Waldapfel, die mit Holztapeten, Muranoglas-Leuchten und feinsten Tapisserien ausgestattet war. Die Prominenten begegneten sich hier täglich im Hochgeschwindigkeitslift. Ob Albin Skoda oder Curd Jürgens, Paula Wehsely oder Susi Nicoletti, die Herrengasse 6-8 war stets erste Adresse für jene, die "hoch hinaus wollten".
(red)