Auch in Italien stirbt die Hoffnung zuletzt:
Dennoch Trauer wegen verlorenen Punkten

Trainer Donadoni kritisiert Schiedsrichter-Team Im Spiel gegen die Franzosen zählt nur der Sieg

Auch in Italien stirbt die Hoffnung zuletzt:
Dennoch Trauer wegen verlorenen Punkten © Bild: AP/Hartmann

Auch ein Sieg in Zürich zum Gruppenausklang gegen Frankreich, also im Duell mit seinem Vize, garantiert dem regierenden Fußball-Weltmeister Italien noch keinen Einzug ins Viertelfinale der Europameisterschaft. Das ist die bittere Erkenntnis für die Squadra Azzurra nach dem 1:1 am Freitag in Zürich gegen Rumänien, mit dem zwar nach der 0:3-Klatsche gegen die Niederlande der erste Punkt in der Gruppe C errungen wurde, die Italiener aber nicht in die Position brachte, ohne Schützenhilfe den Aufstieg zu schaffen.

Das Ergebnis hilft mehr Mutu und Co. Trennen sich Italien und Frankreich unentschieden, dann könnten sich die Rumänen sogar eine knappe Niederlage gegen die nach dem 4:1 in Bern gegen die Franzosen schon als Gruppensieger feststehenden Holländer leisten. Gewinnen die Osteuropäer, dann fahren mit Italien und Frankreich die vor der EM in der "Hammergruppe" und darüber hinaus favorisierten Mannschaften auf alle Fälle nach Hause. Enden beide Partien remis, dann sind ebenfalls die Rumänen weiter. Für die Squadra zählt daher nur ein Sieg gegen Frankreich - und die Hoffnung, dass die Rumänen gegen die Oranjes nicht gewinnen.

Dass die Squadra überhaupt noch im Rennen ist, verdankt sie nicht zuletzt Gianluigi Buffon. Der 30-jährige Torhüter parierte in der 81. Minute einen von Fiorentina-Legionär Adrian Mutu nicht gerade glänzend geschossenen Foulelfer, den der ansonsten starke Panucci an Tamas verschuldet hatte. Eine harte Entscheidung des norwegischen Schiedsrichters Tom Henning Övrebö, den Italiens Teamchef Roberto Donadoni in der anschließenden Pressekonferenz mit den Worten "nicht auf höchstem Niveau und nicht sein bester Tag" aufs Korn nahm.

Pech mit den Schiedsrichtern
Den "Commissario Tecnico" hatte vor allem die Aberkennung von Luca Tonis Kopfballtreffer zum vermeintlichen 1:0 unmittelbar vor der Pause wegen angeblichen Abseits empört. Eine Fehlentscheidung, die ihn auch im Zusammenhang mit dem 0:1 gegen die Niederländer durch den klar im Abseits stehenden Van Nistelrooy und zu ironisch-kritischen Bemerkungen veranlasste. Damals lag Panucci, der am Freitag in der 56. Minute den Führungstreffer von Mutu (55.) ausgeglichen hatte, weit hinter der Torlinie auf dem Boden, wodurch für das Schiedsrichter-Trio die Abseitsstellung aufgehoben worden war.

Donadoni hatte seine Startelf gegenüber dem Niederlande-Spiel an fünf Punkten verändert. Wirklich überzeugen konnte aber nur Grosso, mit Abstrichen De Rossi, während Stürmerstar Del Piero mit Fortdauer der Partie immer mehr nachließ und schließlich auch ausgetauscht wurde. Mit seiner Mannschaft zeigte sich Italiens Teamchef dennoch recht zufrieden. "Wir spielten gut und entschlossen, hatten 14, 15 Chancen und hätten den Sieg verdient", meinte er, gab aber immerhin zu, dass seine Elf einige Male auch "gelitten" hatte: "Denn die Rumänen haben eine starke Mannschaft."

Zambrotta mit Fehler
Den schweren Fehler von Gianluca Zambrotta, der Mutu das 1:0 ermöglichte, bezeichnete Donadoni gnädig als eine Art Unfall, der Außenverteidiger hätte ansonsten viel gearbeitet und ordentlich gespielt. Der Barca-Verteidiger war da selbstkritischer. "So ein Fehler darf einem routinierten Spieler wie mir nicht passieren. Wir haben nicht gut, aber mit viel Willen gespielt. Es läuft einfach nicht, die Ergebnisse passen nicht", meinte er.

Luca Toni ist überzeugt, dass sein zu Unrecht aberkanntes Tor den Verlauf der Partie geändert hätte. "Wir hatten viele Möglichkeiten und haben nun auch wieder Hoffnung", so der Bayern-Bomber mit bisheriger EM-Ladehemmung, während sich Gianluigi Buffon zuversichtlich für das Frankreich-Match zeigte und Alessandro Del Piero den gehaltenen Elfer für ein gutes Omen hält. Für das Duell mit den Franzosen gibt Donadoni nur eine Devise aus: "Wir haben es zu gewinnen." (apa/red)

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