"Auch 2. Oktober kommt ganz bestimmt":
Fischer ruft die Parteien zur Mäßigung auf

Präsident gegen "Napalm"-Sager in Diskussionen Scharfe Kritik an aktuellem Ausländer-Wahlkampf

Bundespräsident Heinz Fischer hat die politischen Parteien zur Mäßigung im Nationalratswahlkampf aufgefordert. "Nicht nur der 1. Oktober, auch der 2. Oktober kommt ganz bestimmt", sagte er anlässlich des österreichischen Gemeindetags im Wiener Messzentrum. Es dürfe nicht zu viel zwischenmenschliches Porzellan zerschlagen werden.

"Ich schätze in einer Auseinandersetzung weder den Begriff 'Napalm', noch den Versuch, eine demokratische Partei pauschal im Sumpf eines Bankenskandals untergehend darzustellen", so Fischer in Richtung SPÖ und ÖVP. Er wolle sich nicht in den Wahlkampf einmischen. Vielmehr gehe es ihm darum, eine Beschädigung der auch in der Politik unverzichtbaren zwischenmenschlichen Beziehungen zu verhindern.

Scharfe Kritik äußerte er auch am vorherrschenden Anti-Ausländer-Wahlkampf, ohne dabei FPÖ und BZÖ beim Namen zu nennen. "Ich bin sehr betroffen, wenn entgegen den Grundsätzen, zu denen wir uns bekennen und die in unserer Bundesverfassung verankert sind, Menschen anderer Religion oder Nationalität zu Feindbildern gemacht werden", sagte der Bundespräsident.

(apa)