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AUA Betriebsrat informierte
Piloten - Flieger blieben am Boden

Entlohnung für die letzten zwei Jahre muss nachgezahlt werden

AUA muss wegen Streik in Frankreich Flüge streichen. © Bild: APA/Jäger

Eine AUA-Betriebsversammlung mit 750 Teilnehmern hat zu 18 Flugausfällen und einem knappen Dutzend Verspätungen geführt. Betriebsratschef Karl Minhard hob nach dem Treffen hervor, die Belegschaft sei sich bewusst, dass Einschnitte nötig sind. Die Mannschaft stehe hinter dem Betriebsrat und habe diesem ein klares Mandat für Verhandlungen erteilt, so der Schluss von Minhard.

Die Mannschaft sei sehr froh, dass der Europäische Gerichtshof (EuGH) vorige Woche geurteilt hat, dass der AUA-Kollektivvertrag auch beim zwangsweisen Übergang zu Tyrolen nachwirkt. "Recht bleibt Recht", das sei nun klargestellt. Zugleich beurteile die Mannschaft die Situation realistisch und es gebe "Verständnis dafür, dass man beitragen muss, um der Firma aus einer wirtschaftlich schwierigen Situation zu helfen".

Laufende Gespräche mit Geschäftsführung

Derzeit gebe es laufend Gespräche zwischen Betriebsrat und AUA-Geschäftsführung. Nach dem EuGH-Urteil werde es schneller gehen, hofft Minhard. In zwei Wochen zu einem Ergebnis zu kommen verlange aber einen "straffen Zeitplan". Dafür wird er selber auch weniger oft fliegen. Der Betriebsratschef will "Alternativszenarien vermeiden, aber nicht um jeden Preis". Einseitige Maßnahmen wie den Betriebsübergang solle es nicht mehr geben. Hintergrund: Die AUA überlegt auch "Alternativen", sollte es keine Einigung über den künftigen KV geben. Von einer Neugründung bis zur Umstellung auf eine Billigairline werden dazu verschiedenste Modelle kolportiert.

AUA muss Piloten Gehalt nachzahlen

Für die AUA und ihre Piloten geht es derzeit um sehr viel Geld. Sie hat versucht, ihr fliegendes Personal vor zwei Jahren zwangsweise in den schlechter bezahlten Kollektivvertrag der Tochter Tyrolean überzuführen. Der EuGH hat allerdings vor einer Woche entschieden, dass der alte KV nachwirkt. Damit muss die AUA die Differenz zwischen ursprünglichem Kollektivvertrag und Tyrolean-Gehalt nachzahlen, da geht es zumindest um einen zweistelligen Millionenbetrag. Minhard hat mehrfach darauf hingewiesen, dass diese Nachzahlung im Prinzip nicht verhandelbar ist, allerdings eine Abschlagszahlung denkbar wäre, wenn die Piloten einzeln zustimmen.

Abgesehen davon geht es aber um die künftige Entlohnung der AUA-Piloten und des anderen fliegenden Personals. Minhard gibt sich dazu realistisch und will über einen "tragfähigen" Kollektivvertrag für die Zukunft verhandeln. Auch der AUA-Geschäftsführung ist nach dem EuGH-Urteil klar, dass der einzige Weg über Verhandlungen geht. Allerdings ist noch unklar, in welchem zeitlichen Rahmen eine Annäherung möglich ist.

Pilotenstreik bei der Air France geht weiter

Der Streik der Piloten von Air France hat auch am dritten Tag zu massiven Behinderungen im französischen Flugverkehr gesorgt. Nach Angaben der Fluggesellschaft fielen am Mittwoch wieder rund 60 Prozent der Flüge aus. Auch für Donnerstag wurden fast zwei Drittel der Starts gestrichen. Auch Flüge von und nach Wien sind vom Pilotenstreik betroffen.

Frankreichs Premierminister Manuel Valls forderte, den Streik so schnell wie möglich zu beenden. Die Aktion sei unverständlich, sagte der Regierungschef dem Sender "France Inter". Valls forderte die Piloten auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Zukunft von Air France stehe auf dem Spiel.

Der Pilotenstreik richtet sich gegen Sparpläne des Airline-Konzerns Air France-KLM, der Kurz- und Mittelstrecken an seine Billigtochter Transavia übertragen und damit seine jährlichen Kosten um mehr als eine Milliarde Euro senken will. Die Piloten fordern einen einheitlichen Vertrag für ihre Berufsgruppe. Ihre Gewerkschaft befürchtet durch den Ausbau der Billigfluglinie eine Auslagerung von Jobs und schlechtere Arbeitsbedingungen.

Kommentare

Die AUA- Bediensteten schaffen es sicher ihr eigenes Unternehmen tatsächlich umzubringen! Und der Herr Minhard wird sich dann in die Pension verabschieden! Warum soll noch jemand AUA fliegen? Deswegen gibts bei uns die Order nicht AUA zu fliegen, wir können es uns nicht leisten, Termine wegen Minhard-Demos zu versäumen. Und wir sind nicht die Einzigen, die so denken!

Oftmals denke ich, es kommt ohnehin viel billiger wenn diese Leute nicht fliegen und die Piloten am Boden bleiben.
Kann sein, dass sie mit dieser Aktion dem Unternehmen viel Geld gespart haben.
Was für die AUA + OMV gut war kann doch für die ÖBB nicht schlecht sein. Diese tiefrote ÖBB gehört auch schon längst privatisiert!

Brum melden

Liebe Flug-Bus Fahrer und Stewardessen/innen,
bitte richtet nicht noch mehr Schaden an!
Die AUA ist schon so mies, wollt ihr sie komplett zerstören???

christian95 melden

Die AUA wäre nicht der 1. Betrieb den überhebliche Gewerkschaftsbonzen in den Ruin getrieben haben.
Wo ist sie z.B. die ehemalige tiefrote Verstaatliche? Was ist davon übrig geblieben? Der SPÖ Bundeskanzler Klima musste sogar die hochprofitable OMV verkaufen!!!

eash melden

@christian95, ich verstehe deinen gedankengang nicht??
einerseits jammerst wegen AUA+OMV und nun willst die ÖBB verhöckern. >> Denk mal nach, wann das alles und unter welchem Regierungsteam dies gemacht wurde >> nicht rot/sw sondern dein vielgelobtes team...........

christian95 melden

Die hochprofitable OMV wurde verkauft, aber die schwer defizitäre ÖBB behalten....

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