Atomwerk Yongbyon soll aktiviert werden:
Nordkoreanische Führung droht Washington

USA hätten ihren Teil der Vereinbarungen nicht erfüllt Ernsthafte Erkrankung Kim Jong-Ils wird dementiert

Atomwerk Yongbyon soll aktiviert werden:
Nordkoreanische Führung droht Washington © Bild: Reuters/Haorong

Nordkorea bereitet nach eigenen Angaben die Wiederinbetriebnahme seines umstrittenen Atomreaktors in Yongbyon vor. Mit dem Schritt habe Nordkorea auf die Entscheidung der USA reagiert, Nordkorea vorerst nicht von ihrer Liste der "Schurkenstaaten", die den Terrorismus unterstützen, zu nehmen, hieß es am Freitag in einer Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang.

"Die Republik hat weder den Wunsch, von der Liste genommen zu werden, noch erwarten wir, dass dies geschieht," erläuterte ein Sprecher des Außenministeriums laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der nordkoreanischen Atomanlagen in ihren ursprünglichen Zustand würden bereits seit "einiger Zeit" vorgenommen.

Zuvor hatte schon ein nordkoreanischer Atomunterhändler am Rande von Gesprächen mit einer südkoreanischen Delegation im Grenzort Panmunjom erklärt, dass Nordkorea momentan gründliche Vorbereitungen für einen Neustart des Reaktors treffe. Der vereinbarte Abbau der Atomanlage sei gestoppt worden, weil die USA ihren Teil der Vereinbarung nicht eingehalten hätten, sagte Hyun Hak-bong vom nordkoreanischen Außenministerium. Damit schien sich die kommunistische Führung von dem mit den USA und vier weiteren Staaten erzielten Kompromiss zu distanzieren.

Die Stilllegung der Anlage in Yongbyon, das knapp hundert Kilometer nördlich der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang liegt, im Juli 2007 war ein wesentliches Ergebnis der Sechser-Gespräche, an denen neben den beiden koreanischen Staaten auch die USA, China, Russland und Japan beteiligt sind. Die Entschärfung des Konflikts nach jahrelangen Verhandlungen galt damals als diplomatischer Erfolg und weckte Hoffnungen auf eine Entspannung auf der koreanischen Halbinsel, auf der seit dem Korea-Krieg Zehntausende Soldaten stationiert sind.

Außenamtsdiplomat weist Erkrankung von Kim Jong-il zurück
Außenamtsdiplomat Hyun wies erneut Berichte über eine Erkrankung von Staatschef Kim Jong-il zurück. Dieser Unsinn werde von "bösen Menschen" verbreitet, sagte Hyun im Grenzort Panmunjom. Sie sollten dazu dienen, die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea zu untergraben.

Kim soll sich Presseberichten zufolge nach einem Schlaganfall im August einer Hirnoperation unterzogen haben. Der Eingriff sei von ausländischen Ärzten, möglicherweise aus China und Frankreich, vorgenommen worden, berichteten mehrere südkoreanische Zeitungen voriger Woche unter Berufung auf Regierungskreise. Seitdem habe sich sein Gesundheitszustand verbessert. So könne Kim ohne Schwierigkeiten sprechen. Allerdings leide er seit dem Schlaganfall unter einer teilweisen Lähmung seiner linken Körperseite, berichtete die Zeitung "Chosun Ilbo".

Sohn bestigt gesundheitliche Probleme
Der älteste Sohn des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong-il hat gesundheitliche Probleme seines Vaters allerdings bestätigt. Niemand könne sich dem Alterungsprozess widersetzen, sagte der 37-jährige Sohn nach Angaben von chinesischen politischen Kreisen. "Es scheint, dass niemand vor dem Alter gefeit ist", wird Kim zitiert.

Genauere Angaben zum Gesundheitszustand machte er nicht. Er bedankte sich lediglich für die Anteilnahme. Kim Jong-il soll sich Presseberichten zufolge nach einem Schlaganfall im August einer Hirnoperation unterzogen haben. Seitdem habe sich sein Gesundheitszustand verbessert. So könne Kim ohne Schwierigkeiten sprechen. Allerdings leide er seit dem Schlaganfall unter einer teilweisen Lähmung seiner linken Körperseite, berichtete die Zeitung "Chosun Ilbo".

Die Spekulationen über Kims Gesundheitszustand hatten sich verstärkt, nachdem der Staats- und Parteichef am 9. September nicht an einer Militärparade zum 60. Jahrestag der Staatsgründung teilgenommen hatte. Kim übernahm die Regierung nach dem Tod seines Vater Kim Il-sung im Jahr 1994.
(apa/red)