Atomstreit: UN-Generalsekretär Annan ruft USA zu direkten Gesprächen mit Iranern auf

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Unter dem Eindruck einer sich abzeichnenden Eskalation im Iran-Atomkonflikt hat UNO-Generalsekretär Annan die USA zu direkten Gesprächen mit Teheran aufgerufen. "Es wäre gut, wenn die USA mit den Europäern, den Iranern und den Russen an einem Tisch säßen und versuchten, den Konflikt zu lösen", sagte Annan.

Die iranische Regierung habe den Eindruck, dass alles, was sie mit den europäischen Vermittlern bespreche, anschließend erst noch mit den USA geklärt werden müsse, so Annan. Auch der republikanische Vorsitzende des Außenpolitischen Ausschusses des US-Senats, Richard Lugar, hat sich für direkte Gespräche mit dem Iran ausgesprochen. US- Außenministerin Condoleezza Rice bemerkte jedoch, sie sehe dafür keine Notwendigkeit.

Konflikt an Sicherheitsrat übergeben
Die Dreiergruppe der EU aus Frankreich, Deutschland und Großbritannien bemüht sich seit Oktober 2004, die iranische Regierung zu einem Verzicht auf die Urananreicherung zu bewegen. Die Internationale Atomenergiebehörde hat den Konflikt an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen übergeben.

Frankreich und Großbritannien haben im UNO-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf vorgelegt, den der iranische UNO-Botschafter Javad Zarif am Donnerstag in New York als Provokation bezeichnete. Zugleich wies er Forderungen zurück, sein Land solle seine Arbeiten zur Urananreicherungen stoppen.

Ahmadinejad kündigt Weitermachen an
Ziel seines Landes sei die Produktion nuklearer Brennstoffe "in industriellem Ausmaß", sagte der iranische Staatspräsident Ahmadinejad am Freitag auf einem regionalen Wirtschaftsforum in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku. Teheran werde seine Atomaktivitäten auf Grundlage internationaler Rechtsvorschriften und unter Kontrolle der Internationalen Atomenergiebehörde fortsetzen, kündigte der iranische Präsident an. (apa)