Atompolitik von

Kim droht den USA mit
Abkehr von Entspannungspolitik

Atompolitik - Kim droht den USA mit
Abkehr von Entspannungspolitik © Bild: APA/AFP/SAUL LOEB

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat den USA mit einem Ende der jüngsten Entspannungspolitik gedroht, sollte Washington seine Sanktionen gegen Pjöngjang beibehalten. In diesem Fall müsse sein Land "über einen neuen Weg nachdenken, um unsere Souveränität und Interessen zu schützen", sagte Kim am Dienstag bei seiner Neujahrsansprache.

Zugleich betonte er, dass ihm an guten Beziehungen mit den Vereinigten Staaten gelegen sei. So ist Kim nach eigenen Worten jederzeit bereit, sich erneut mit US-Präsident Donald Trump zu treffen. Ziel sei es, "ein Ergebnis hervorzubringen, das von der internationalen Gemeinschaft begrüßt wird".

Historisches Gipfeltreffen

Trump und Kim waren im Juni in Singapur zu einem historischen Gipfeltreffen zusammengekommen. Dabei willigte der nordkoreanische Machthaber in die "Denuklearisierung" seines Landes ein.

Nordkorea lehnte bisher aber eine vollständige atomare Abrüstung ohne Gegenleistungen ab und drohte mit der Wiederaufnahme seines Atomprogramms, sollte Washington die Wirtschaftssanktionen nicht aufheben. Die USA beharren auf einer vollständigen nuklearen Abrüstung, bevor die Sanktionen gegen das nordkoreanische Atomwaffen- und Raketenprogramm aufgehoben werden.

Bei seiner Neujahrsansprache sagte Kim, sein Land habe "verkündet, dass wir unser Nukleararsenal nicht mehr produzieren, testen, verwenden oder verbreiten würden". Er rief die USA zu "entsprechenden Maßnahmen" auf.

Weiterer Gipfel anvisiert

Für Anfang 2019 ist ein zweiter möglicher Gipfel zwischen Kim und Trump anvisiert. Die bereits seit Monaten laufenden Vorbereitungen sind allerdings wiederholt ins Stocken geraten.

Den Großteil seiner Neujahrsrede widmete Kim der katastrophalen wirtschaftlichen Lage seines Landes. Die Verbesserung des Lebens der Nordkoreaner und die Energieknappheit hätten für ihn oberste Priorität.

Zudem forderte er die USA und Südkorea zum Verzicht auf weitere gemeinsame Militärmanöver auf. Diese seien eine "Quelle für Spannungen", sagte Kim. Allerdings waren die Manöver bereits nach dem Gipfel von Singapur stark eingeschränkt worden.