Atomkraft von

Alle AKWs abgedreht

Es damit begonnen, den letzten der 50 verbliebenen Reaktoren herunterzufahren

Atomkraft - Alle AKWs abgedreht © Bild: Getty Images/AFP

Gut ein Jahr nach der Atomkatastrophe von Fukushima ist in Japan der letzte noch aktive Reaktor zu Wartungsarbeiten abgeschaltet worden. Wie der Stromkonzern Hokkaido Electric Power (Hepco) mitteilte, wurde nun damit begonnen, den letzten der 50 verbliebenen Atomreaktoren des Landes herunterzufahren. In Tokio demonstrierten tausende Menschen für einen vollständigen Ausstieg aus der Atomkraft.

Der Reaktor im Kraftwerk Tomari auf der Nordinsel Hokkaido soll für mehrere Monate zu Wartungszwecken abgeschaltet bleiben. Japan verfügt noch über 50 Reaktoren, nachdem Mitte April die vier zerstörten Atomreaktoren in Fukushima offiziell außer Dienst gestellt wurden. Infolge des Erdbebens und des Tsunamis am 11. März 2011 war es in den Reaktoren zu einer Kernschmelze gekommen. Es war das schwerste Atomunglück seit Tschernobyl 1986.

Bis zu dem Unglück bezog Japan etwa ein Drittel seines Stroms aus der Atomkraft. Es ist nun das erste Mal seit den 1970er Jahren, dass Japan ganz ohne Atomstrom auskommen muss. Infolge des Atomunglücks, durch das weite Gebiete im Umkreis radioaktiv verseucht worden waren, wächst in Japan die Ablehnung der Atomkraft. Keiner der Reaktoren, die seitdem zu Wartungsarbeiten heruntergefahren worden sind, durften bisher wieder in Betrieb gehen.

Die Regierung von Ministerpräsident Noda gab im April zwar grünes Licht für die Wiederinbetriebnahme von zwei Reaktoren in Oi, doch müssen die Behörden noch die Anrainer überzeugen, dem Schritt zuzustimmen. Seit dem Unglück wurden die Regeln so verschärft, dass Atomkraftwerke nicht nur einen Stresstest der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) bestehen, sondern auch die Zustimmung der örtlichen Bevölkerung erhalten müssen.

Am Samstag forderten in Tokio tausende Menschen auf mehreren Demonstrationen den endgültigen Ausstieg aus der Atomkraft. Stromkonzerne warnen indes vor Engpässen während der heißen Sommermonate wegen des hohen Strombedarfs für Klimaanlagen.