Atomkonflikt in Südost-Asien: USA & China fordern Nordkorea zu neuen Gesprächen auf

Peking will diplomatische Bemühungen fortsetzen US-Außenministerin Rice: "Ohne Bedingungen"

China und die USA haben Nordkorea zur Rückkehr zu Verhandlungen aufgefordert und zugleich die Notwendigkeit unterstrichen, die nach dem Atomtest gegen das Land verhängten Sanktionen durchzusetzen. Der Weg zu einer Entspannung müsse über die Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche führen, sagte US- Außenministerin Rice in Peking.

Chinas Außenminister Li Zhaoxing und Regierungschef Wen Jiabao forderten einen zurückhaltenden Umgang mit dem Nachbarland. Dessen Machthaber Kim Jong-Il ist einem Zeitungsbericht zufolge zur Rückkehr an den Verhandlungstisch bereit, wenn die USA die im November beschlossenen finanziellen Restriktionen gegen das international isolierte Land aufheben.

An den Verhandlungen sind neben den beiden koreanischen Staaten China, Japan, Russland und die USA beteiligt. Die Gespräche sind seit November vorigen Jahres unterbrochen. Nach einem Atomtest Anfang Oktober hatten die Vereinten Nationen Strafmaßnahmen gegen Nordkorea beschlossen. Sie habe mit Li über das Erfordernis gesprochen, die UNO -Sanktionen umzusetzen, sagte Rice. Sie warnte, ein weiterer Atomtest Nordkoreas wäre eine "ernsthafte Provokation", die eine Bedrohung des Friedens und der Sicherheit vor allem in Ostasien darstellte.

Li, dessen Land der engste Verbündete Nordkoreas ist, riet zugleich zur Besonnenheit auf. Der chinesische Gesandte Tang Jiacuan habe bei seinen Gesprächen diese Woche in Pjöngjang auch die Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche erörtert, sagte Li. Die südkoreanische Zeitung "Chosun Ilbo" berichtete, Kim habe die Bereitschaft zur Rückkehr an den Verhandlungstisch geäußert. Zugleich habe er es gegenüber Tang bedauert, dass sein Land China durch den Test einer Atomwaffe in eine schwierige Lage gebracht habe. (apa)