Atomgespräche Moskau von

Gespräche an der Kippe

Öl-Embargo soll wie geplant in Kraft treten - iranische Seite dadurch verärgert

Atomgespräche Moskau - Gespräche an der Kippe © Bild: APA/EPA/Pool

Die Europäische Union bleibt hartnäckig bei ihrer Sanktionspolitik gegenüber Teheran. Das Öl-Embargo werde wie geplant am 1. Juli in Kraft treten, kündigte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton an und verstimmte damit die iranische Seite. Ein Scheitern würde wohl nicht nur das Ende der diplomatischen Bemühungen bedeuten, sondern auch den Beginn militärischer Optionen. Eine Einigung über die Fortführung wurde in letzter Sekunde erzielt.

Der Iran will ein Ende der westlichen Wirtschaftssanktionen und eine Rücknahme des von der EU angekündigten Ölembargos, der Westen wiederum einen uneingeschränkten Zugang zu der mysteriösen Militäranlage Parchin und die Reduktion der Urananreicherung auf fünf Prozent. Keiner will jedoch den ersten Schritt machen.

Regierung gegen Verhandlungen
Die Regierung in Israel, die das iranische Atomprogramm als ernsthafte Bedrohung einstuft, ist gegen Verhandlungen und hat Militärschläge gegen iranische Atomanlagen wiederholt in Erwägung gezogen.

Russland pflegt wie auch China besonders enge Wirtschaftsbeziehungen zum Iran und möchte den strategischen Partner auch in die Syrien-Frage miteinbinden. Bereits im Mai war ein Scheitern der Verhandlungen in Bagdad nur durch Moskau verhindert worden. In einer Blitzaktion bot man das eigene Land für neue Verhandlungen an und wies beide Verhandlungsteams darauf hin, doch noch einmal auf Kompromiss zu schalten. Als Ashton und Jalili schon auf dem Weg zur Pressekonferenz waren, um die Gespräche für gescheitert zu erklären, soll der russische Vertreter heftig interveniert haben.

Einigung über Fortsetzung in letzter Sekunde
Die Europäische Union ist zu einer Verlängerung der aktuellen Verhandlungsrunde in Moskau bereit. In letzter Sekunde konnte auf Drängen der Russen eine Einigung über die Fortführung der Gespräche erzielt werden. Es sei möglich, dass die Verhandlungen bis Mittwoch fortgeführt würden, sagte der Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton am Montagabend nach Angaben russischer Agenturen in Moskau. "Die Verhandlungen sind schwierig, aber sie werden fortgesetzt."