Atomausstieg von

Wird Strom jetzt teurer?

E-Control-Vorstand MArtin Graf zu den Folgen für den heimischen Energiemarkt.

Atomausstieg - Wird Strom jetzt teurer?

In Österreich stehen zwar keine Atomreaktoren, dennoch wird hierzulande Atomstrom bezogen. Nach langem Ringen hat sich die deutsche Regierung nun auf einen Ausstieg aus der Atomenergie verständigt. Es werde zu keinen Engpässen kommen, heißt es aus Deutschland. Dennoch drängt sich die Frage auf, ob die Strompreise hierzulande nach dem Atomausstieg von Deutschland ansteigen werden.

Die Regulierungsbehörde E-Control geht davon aus, dass zwischen fünf und sechs Prozent des hierzulande verbrauchten Stroms aus Atomkraft stammt. Woher dieser Strom kommt, sei nicht eindeutig zuordenbar, heißt es von Seiten der E-Control. "Es gibt insgesamt in Europa ein Nord-Süd Gefälle betreffend Stromlieferungen, im Norden wird mehr Strom erzeugt als verbraucht und im Süden wird mehr Strom verbraucht als erzeugt, sodass auch gewisse Strommengen durch Österreich durchgeleitet werden, ohne dass sie in Österreich verbraucht werden. Dadurch ist nicht mehr klar zuordenbar, aus welchem Land der in Österreich verbrauchte Strom stammt", so Mag. (FH) Martin Graf, Vorstand der E-Control, gegenüber NEWS.AT.

Daher werde man nach dem Ausstieg aus der Atomkraft beobachten müssen, wie jene Strommengen, die bislang aus Deutschland kamen, ersetzt werden können. Die E-Control rechnet mit einer Zunahme von Ökostromerzeugungen beispielsweise im Bereich Windkraft. "Und um die entfallenden Mengen der Nuklearerzeugung zu kompensieren, werden wohl auch fossile Kraftwerke, vor allem Gaskraftwerke, stärker zur Stromerzeugung herangezogen werden. Das wird sowohl für Deutschland als auch für Österreich gelten", merkt der Vorstand der E-Control an.

Dennoch rechne man durch den Ausstieg Deutschlands kurzfristig nicht mit unmittelbaren Folgen für die Konsumenten, die die Energieversorgung oder auch die Strompreise betreffen. "Ob und in welchem Umfang der deutsche Atomausstieg zu Preisänderungen bei Gas und Strom in Zukunft führt, ist im Moment noch nicht abzuschätzen. Unsere Aufgabe wird es sein, dafür zu sorgen, dass die Konsumenten nicht durch unbegründete Preiserhöhungen belastet werden", so Graf weiter.

Kommentare

6% Strom aus Atomkraft Die können locker eingespart werden, also warum redet man von Teuerung anstatt Anreize zum Stromsparen bzw zur Selbstproduktion mittels Fotovoltaik zu geben. Wer versucht hier wieder eine Preis-Panik unter der Bevölkerung zu schüren ?

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