Atomverhandlungen von

Atom-Deal: Ungelöste Fragen

US-Außenminister John Kerry: "Wichtig ist, dass der Deal Qualität hat"

Atomverhandlungen in Wien
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In den Atomverhandlungen hat US-Außenminister John Kerry den Iran vor einem Spiel auf Zeit gewarnt. Die USA wollten ein Abkommen mit Teheran, und es seien beträchtliche Fortschritte gemacht worden, aber: "Wir können nicht ewig warten", sagte er am Donnerstagabend vor Journalisten am Verhandlungsort in Wien.

Frank-Walter Steinmeier und Sergej Lawrow bei den Atomverhandlungen in Wien
© APA/GEORG HOCHMUTH Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (li) und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow (re) bei den Atomverhandlungen in Wien

Schwierige Entscheidungen müssten "sehr bald" gefällt werden. "Wenn nicht, dann sind wir absolut bereit, diesen Prozess zu beenden", sagte Kerry. Sein iranischer Amtskollege Mohammad Javad Zarif sagte im Wiener Palais Coburg auf Journalistenfragen, die Verhandlungen würden "so lange dauern wie nötig".

Gespräche laufen auf Hochdruck

Die Gespräche laufen auf Hochdruck. Sollte bis Freitagmorgen eine Einigung gelingen, dann könnte die Übereinkunft fristgerecht dem US-Kongress vorgelegt werden. Die Abgeordneten hätten dann 30 Tage Zeit zur Überprüfung. Sollte eine Einigung erst nach Freitag früh kommen, verdoppelt sich dieser Zeitraum, da der Kongress in die Sommerpause geht.

Washington werde sich aber nicht unter Druck setzen lassen, betonte Kerry. Die Qualität eines Abkommens sei wichtiger als irgendwelche Fristen. "Wir werden nicht hetzen, und wir werden uns nicht hetzen lassen", ein Deal müsse "über lange Zeit halten", machte der US-Außenminister deutlich. Solange an der Bearbeitung der offenen Fragen konstruktiv gearbeitet werden könne, werde man weiterreden.

Vor Kerry hatte bereits der französische Außenminister Laurent Fabius mitgeteilt, dass die Atomverhandlungen noch bis in die Nacht auf Freitag andauern werden. Man werde versuchen, "die verbleibenden schwierigen Punkte zu lösen".

Verhandlungen "in die richtige Richtung"

Die Verhandlungen bewegten sich "in die richtige Richtung" so Fabius zu Reportern. "Ich hoffe, dass wir die letzten Meter schaffen werden" sagte der französische Außenminister.

Mit dem Abkommen will der Westen verhindern, dass der Iran unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms Atombomben bauen kann. Der Iran will die schnelle Aufhebung aller Sanktionen.

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