AT&S wandert nach Asien ab: Rund 300 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz

Leiterplatten-Hersteller: Preisdruck nachgegeben Deutliches Minus für Geschäftsjahr 2009/10 erwartet

AT&S wandert nach Asien ab: Rund 300 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz © Bild: APA/Wehap

Der börsenotierte Leiterplattenhersteller ATS verlegt sein Volumsgeschäft "durch den gestiegenen Preisdruck" von Europa nach Asien: Die Volumsproduktion wird vom Standort Leoben-Hinterberg komplett nach Asien verlagert. Damit müssen in Österreich rund 300 Mitarbeiter gehen, teilte das Unternehmen mit. Auch das Betriebsergebnis für das Geschäftsjahr 2009/10 werde düster ausfallen.

Noch im November des letzten Jahres sei das Management davon ausgegangen, dass Teile der Massenproduktion von HDI-Leiterplatten in Österreich gehalten werden können. Die verschärfte Weltwirtschaftslage habe aber in den letzten Monaten zu einem gestiegenen Preisdruck durch die Kunden geführt. Daher sei bei den gegebenen Kosten die Volumsproduktion in Österreich nicht mehr aufrecht zu erhalten, so ATS.

Nach den Kündigungen verbleiben im Leobener Werk noch rund 600 Mitarbeiter. Der Jobverlust erstreckt sich sowohl auf den Arbeiter-als auch auf den Angestelltenbereich. Bereits im November 2008 war der Mitarbeiterstand von 1.370 auf rund 920 Beschäftigte verringert worden.

Deutliches Minus für 2009/10 erwartet
Für das Geschäftsjahr 2009/10 gibt ATS eine Gewinnwarnung: Inklusive der Einmaleffekte durch die Verlagerung werde das Betriebsergebnis und Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2009/10 deutlich negativ ausfallen. Im Geschäftsjahr 2008/09 schrieb ATS bereits rote Zahlen: Sowohl das operative Ergebnis mit minus 1,1 Mio. Euro als auch das Konzernergebnis mit minus 5,8 Mio. Euro waren negativ.

Bürgermeister: "Schlimme Nachricht"
Die Kündigungen in Hinterberg seien eine "schlimme Nachricht" sagte der Bürgermeister von Leoben, Matthias Konrad. Kritik an dem Vorgehen von ATS kam von Arbeiterkammer, ÖVP, KPÖ, BZÖ und dem Gewerkschaftlichen Linksblock (GLB) im ÖGB.
(apa/red)

Kommentare

Also Kurzarbeit kommt nicht in Frage? Bitte wieso schmeißt die Fa. gleich ein Drittel raus? Wie wärs mit Kurzarbeit? Ich bin gespannt wie lange es dauert, bis das jemand den hrn. Androsch fragt!

während die SPÖ noch irgendwas von arbeitsplatzsicherung plakatiert, wirft Hr Aufsichtsrat Androsch 300 leute raus und geht nach china!


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