Asyl von

Mitterlehner: "Zelte sollen
bald der Vergangenheit angehören"

Vizekanzler lobt Oberösterreich und Salzburg - Mikl-Leitner prüft weitere Standorte

AUFBAU VON ZELTEN F†R FL†CHTLINGE IN TRAISKIRCHEN © Bild: APA/Punz

Vizekanzler Reinhold Mitterlehner und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner haben sich am Dienstag am Rande des Ministerrates zuversichtlich gezeigt, dass die Zeltstädte zur Unterbringung von Flüchtlingen möglichst bald durch feste Quartiere ersetzt werden können.

Mitterlehner lobte die Bundesländer Salzburg und Oberösterreich. Diese gestalten die rechtlichen Rahmenbedingungen so, dass Flüchtlinge unter anderem auch in Containern untergebracht werden können. "Ich bin positiv gestimmt, dass die Zelte bald der Vergangenheit angehören werden", sagte Mitterlehner.

Mikl-Leitner sagte, dass es ihr lieber wäre, wenn die Zelte für Asylwerber "besser heute als morgen" abgebaut würden. Auf die Inserat-Kampagne, mit der mögliche Quartiere für Flüchtlinge gesucht wurden, hätten sich einige Anbieter telefonisch gemeldet. "Die möglichen Standorte werden derzeit überprüft und an die Bundesländer weitergegeben", sagte Mikl-Leitner. Zum im Kärntner Ossiach geplanten Erstaufnahmezentrum sagte Mikl-Leitner, dieses sei in Absprache mit dem Land zustande gekommen: "Es wird wie geplant umgesetzt."

Empörung über "Schande in Traiskirchen"

Die Grünen und die NEOS haben sich unterdessen einmal mehr empört gezeigt, dass im Asyllager Traiskirchen Hunderte Flüchtlinge im Freien auf dem Boden schlafen müssen. "Es muss endlich gelingen, nutzbare Bundesgebäude und Kasernen zu öffnen und mit mobilen Wohneinheiten, also bewohnbaren Containern, dieser Schande in Traiskirchen ein Ende zu setzen", forderte die Grüne Mandatarin Alev Korun.

Über das ORF-Religionsmagazin "Orientierung" tauchten in sozialen Netzwerken am Dienstag weitere Bilder aus Traiskirchen auf, die die obdachlosen Flüchtlinge zeigen. "Es ist wahrlich eine Schande für Österreich, dass Hilfe suchende Menschen bei brütender Hitze in einem völlig überlaufenen Lager im Freien schlafen müssen. In einem Land wie Österreich darf so etwas nicht sein", meinte auch NEOS-Abgeordneter Nikolaus Scherak. "Diese Bundesregierung ist rücktrittsreif."

Die Situation im Erstaufnahmelager hat sich in den vergangenen Tagen nicht geändert: Über 3.000 Menschen sind dort untergebracht, rund 900 davon haben keinen fixen Schlafplatz im Gebäude oder in einem Zelt, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums auf APA-Anfrage.

Über 1.000 Flüchtlinge in Zelten

1.080 Flüchtlinge sind derzeit - trotz brütender Hitze in Österreich - in Zelten untergebracht: Wie das Innenministerium der APA Dienstagnachmittag mitteilte, leben 480 Menschen in Zelten in Traiskirchen, 218 am Gelände der Landespolizeidirektion Oberösterreich, 219 am Areal der Salzburger Landespolizeidirektion und 57 in der Zeltstadt in Thalham.

In den neuesten Zelten in Krumpendorf am Wörthersee fanden bisher 45 Flüchtlinge eine Unterkunft, in jenen in Eisenstadt 61, wobei die 160 Plätze im Laufe des Tages voll werden sollen.

Kommentare

Oberon
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In so einer kleinen Gemeinde wie Ossiach Zeltstädte für Flüchtlinge aufzubauen, da gehört schon was dazu. Ossiach lebt vom Tourismus, aber wie lange noch! Es ist schon interessant, praktisch über Nacht und in die Urlaubszeit fallend, Asylwerber im Ort anzusiedeln. Der Bürgermeister wusste bis zuletzt nichts davon und die zwangsbeglückten Urlauber werden...

Oberon
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...über diese Umstände auch nicht begeistert sein. Quartiere wurden gesucht und private Anbieter haben sich gemeldet. Sicher nicht aus reiner Menschenliebe, da geht's nur ums Geld. Selber wohnen sie wahrscheinlich nicht im Ort, diese "Menschenfreunde"?! :-(

christian95 melden

Wir verdienen nichts anderes!
Wir haben uns diese Typen gewählt.

Oberon
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Doch, wir verdienen was Anderes. Ich hab' die Grünen nicht gewählt und werde es auch in diesem Leben nicht mehr tun.

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