Asyl von

Demos in Traiskirchen

Keine gröberen Zwischenfälle - Laut Polizei rund 430 Teilnehmer

FPÖ NÖ PROTESTVERANSTALTUNG ZU FLÜCHTLINGSLAGER TRAISKIRCHEN © Bild: FOTO: APA/HANS PUNZ

In Traiskirchen haben am Donnerstagabend hinsichtlich der Flüchtlingsproblematik am dort ansässigen Erstaufnahmezentrum drei Kundgebungen stattgefunden. Die FPÖ hatte zum "Protest gegen das Asylchaos" aufgerufen. Die Sozialistische Jugend und der Kulturverein Spittelberg veranstalteten Gegendemonstrationen. Laut Polizei gab es insgesamt rund 430 Teilnehmer. 45 Beamte standen im Einsatz.

Gröbere Zwischenfälle habe es nicht gegeben, sagte Polizeisprecher Thomas Heinreichsberger zur APA. Für lautstarken Wirbel und einen kurzen Verkehrsstau am Hauptplatz sorgte allerdings der Kulturverein. Die etwa 40 Teilnehmer hatten sich gegen 18.00 Uhr mitten auf die Straße gestellt. Mit Pfeifen und Sprechchören etwa "Nationalismus raus aus den Köpfen" oder "Siamo tutti antifascisti" (Wir sind alle Anti-Faschisten) blockierten sie minutenlang den Verkehr, bevor sie von den Beamten auf den Gehsteig zurückgedrängt wurden. An ihren Plakaten waren Parolen wie "Rassismus tötet", "Refugees welcome: FPÖ auf die Saualm" oder "Bildungskarenz für Strache & Co. in Damaskus" geheftet.

Gegendemo der Sozialistischen Jugend

Die Sozialistische Jugend rief dahinter bei der Sparkasse mit einer Bühne zu "Rassismus nein danke!" auf. Die Aktion wurde ihren Angaben zufolge von einem breiten Bündnis getragen: Mit dabei gewesen seien u.a. Asyl in Not, Offensive gegen Rechts, Kommunistische Jugend Österreich und die Aktion kritischer SchülerInnen NÖ.

HC Strache
© APA/HANS PUNZ FPÖ Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache

Kurz nach 18.30 Uhr hagelte es dann Applaus für FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache, der vor dem Rathaus vor etwa 350 Teilnehmern auf die Bühne trat. "Es wäre an der Zeit, das Asylzentrum einmal zu schließen", sagte er in die jubelnde Menge. "Wir stehen hier für die Sorgen und Befürchtungen der Menschen aus Traiskirchen." Es gehe darum, gemeinsam mit der Bevölkerung Druck zu machen. Die verantwortlichen Politiker würden wegschauen und die Bürger nur immer wieder vertrösten, die NGOs von der "Asylindustrie" leben.

"Auf Dauer sind wir demokratisch nicht aufzuhalten"

Den lautstarken Gegendemonstranten richtete er aus: "Ihr könnt noch so schreien und hetzen, aber auf Dauer sind wir demokratisch nicht aufzuhalten." Er wolle die Chance bekommen zu beweisen, das umzusetzen, was er versprochen hat. Er beharrte zudem auf die Einhaltung der Dublin-Abkommen, nach denen Asylwerber in dem Land einen Antrag stellen, wo sie zuerst angekommen sind.

Der niederösterreichische FPÖ-Landesparteiobmann Walter Rosenkranz bezeichnete davor in seiner Rede Traiskirchen als "Synonym für die verfehlte Asylpolitik der Bundesregierung mit grünem Anhängsel". Man werfe der FPÖ immer vor, etwas gegen syrische Familien zu haben. Dem sei nicht so. "Nur, wenn ich vor dem Erstaufnahmezentrum stehe, dann sehe ich keine Familien, sondern nur junge Männer", betonte Rosenkranz. Asyl sei ein hohes Grundrecht, aber nur für diejenigen, die es brauchen und nicht als "Scheinargument" verwenden.

© APA/HANS PUNZ Rosenkranz, Höbart und Strache

Er ging zudem noch einmal kurz auf die vom geschäftsführenden Landeschef, Nationalratsabgeordneter Christian Höbart, formulierten Aussagen im sozialen Netzwerk Facebook ein, wo er in einem Posting Asylwerber als "Erd- und Höhlenmenschen" bezeichnet hatte. Es könne schon passieren, dass bei der Begriffswahl Fehler passieren. Zu Wort kam der anwesende Höbart am Donnerstag aber nicht.

Kommentare

Es gibt so viele hilfsbedürftige Menschen auf dieser Welt - und wir können nicht allen helfen. Aber ist es deshalb richtig und gerecht, keinem zu helfen?
Wenn jemand einem anderen in einer Notlage nicht hilft, bin ich deshalb unschuldig, wenn ich auch nicht helfe?

Es dürfte hier völlig untergegangen sein, daß gegen die Zustände im Lager und nicht gegen Asylwerber demonstriert wurde. Und für die Zustände ist Österreich (die Behörden, die Gesetze etc.) zuständig.

Oberon

Diejenigen, die Rassismus grölen, sollten sich einmal mit dem Begriff vertraut machen oder ist man bereits ein Rassist, wenn man nicht alle nach Ö kommenden "Flüchtlinge" aus vollem Herzen und mit reiner Seele aufnehmen will? SO leicht sollte man es sich nicht machen.

Unser Geld für unsere Leute! Pensionisten, die ein Leben lang gearbeitet haben werden mit Peanuts abgespeist! Stop der Jahre-
langen Asylerfahren!

zur Verfügung hat, werden sie doppelt wenn nicht mehr besetzt?! Ist das noch Logik oder einfach nur Dummheit?? Warum schaffen es andere Länder z.B. die Schweiz eine vernünftige Ausländerpolitik zu betreiben???

Dann ist ja die Kirche auch automatisch "Rechts", oder??? Weil jeder der etwas oder keinen Platz für Asylwerber hat wird mit der Vergangenheit verglichen und auf einen "Nenner" gebracht!! Und so lange das so ist, ist Österreich nicht reif um sich mit Ausländerpolitik auseinander zu setzen, sieht man ja eindeutig. Eine einfache Milchmädchen Rechnung ist schon zu viel, wenn man nur zwei Plätze

Der Kulturverein besetzte die Straße und verursachte einen Stau. Warum schickte man nicht einfach ein gepanzertes Räumfahrzeug durch die Menge?? In anderen Ländern ist das doch so üblich!! Oder geht es in Österreich einfach alles viel zu einfach?? Und wenn ich keinen Platz bzw. Quartiere mehr habe, warum nehme ich dann immer mehr Asylanten auf??? Selbst die so heilige Kirche nimmt keine auf??

diese Hetzer treiben es noch so weit, bis Österr. wieder im braunen Sumpf versinkt!

potpot melden

Menschen, die in der Nazi-Zeit Verfolgten unter Lebensgefahr(!!!) geholfen haben, bringen wir heute größten Respekt entgegen. Uns ist aber ein Krümel unseres Kuchens für ebenfalls Verfolgte bereits zuviel? Da das ja natürlich über Steuern finanziert wird, zahlen die, die wenig verdienen eben wenig bis gar nichts, die "Gutverdiener" entspechend mehr. Um Asyl werben ist sicher kein Spaß.

Elcordes melden

Ich weiß nicht was Sie als Krümel des Kuchens verstehen, und da geht es nicht nur um Peanuts. Heute habe wir in unserem Geldbörsel am Ende des Monats nichts mehr übrig um etwas für uns als Reserven anzulegen. Wenn Sie das meinen mit Krümel dann Habedeere.

Just-The-Truth melden

@Elcordes: Sie sind sicher schlau genug um Google zu benützen. Dann wüssten sie das die Ausgaben für das Asylwesen im Vergleich zu anderen Ausgaben des Staates tatsächlich nur Peanuts sind.

Just-The-Truth melden

Und wenn Sie am Ende des Monats nichts mehr im Börserl haben liegt's vielleicht an den Ausgaben oder einer schlechten Ausbildung? Ich für meinen Teil, genauso wie Bekannte und Freunde, können das Ende des Monats sehr wohl mit einem Plus abschließen. Aber FPÖ-typisch ist natürlich der Ausländer an Allem schuld.

Elcordes melden

Dann sind sie aber gut. Ich würde Sie sofort als Finanzminister oder Wirtschaftsminister vorschlagen denn Sie hätten alles im Griff. Solche Leute brauchen wir. Ich habe es halt miterlebt das es uns in Zeiten eines Kreisky besser ging und das könnte heute noch genauso sein.

newsspiel melden

...lasst doch Herrn Strache Traiskirchen schließen. Und was wäre seine Alternative? Der schreit und hat keine Lösungen anzubieten.

Elcordes melden

Die Asylanten zurückschicken, oder nach Russland. Die haben genug Platz. Das wichtigste ist doch dass Sie nicht verfolgt und vergewaltigt werden. Oder geht's doch um Geld??? Ansprüche stellen ist wichtig. Mister Superschlau was kostet uns das oder haben Sie zu viel Geld. Ich könnt eins gebrauchen. Erhebe jetzt auch Ansprüche darauf.

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