"Arrogant und respektlos": Brasilianische Ureinwohner sind empört über Benedikt XVI.

Papst sprach in Rede von Erlösung durch Katholiken

"Arrogant und respektlos": Brasilianische Ureinwohner sind empört über Benedikt XVI.

Ureinwohner in Brasilien haben eine Rede von Papst Benedikt XVI. empört zurückgewiesen, wonach die katholische Kirche die Indianer in Lateinamerika erlöst habe. "Es ist arrogant und respektlos, unser kulturelles Erbe als zweitrangig zu bewerten", sagte Jecinaldo Satere Mawe, Leiter des Amazonas-Stammes Coiab. Auch Sandro Tuxa wies als Koordinator der nordöstlichen Stämme die Worte des Papstes zurück. "Zu sagen, dass die kulturelle Dezimierung unserer Volkes eine Reinigung darstellt, ist beleidigend und - offen gesagt - beängstigend", sagte Tuxa.

Papst Benedikt hatte in einer Rede zum Ende seines Brasilien-Besuchs vor Bischöfen aus der Region gesagt, die katholische Kirche habe sich den Eingeborenen in Lateinamerika nicht aufgezwungen. Vielmehr hätten die Stämme die Ankunft der Priester im Zuge der spanischen Eroberung still herbeigesehnt.

Während der von der katholischen Kirche unterstützten Kolonialisierung Lateinamerikas durch die Europäer starben Millionen von Ureinwohnern durch Massaker, Krankheiten und die Folgen von Versklavung. Benedikts Vorgänger Papst Johannes Paul II. hatte 1992 in einer Rede Fehler bei der Evangelisierung der einheimischen Stämme eingeräumt.

(apa/red)