"Arrivederci, Silvio?" Berlusconi denkt
über Abschied aus italienischer Politik nach

Wird 2011 wahrscheinlich nicht mehr kandidieren Regierungschef Prodi hört nach Legislaturperiode auf

"Arrivederci, Silvio?" Berlusconi denkt
über Abschied aus italienischer Politik nach

Nachdem der italienische Regierungschef Romano Prodi angekündigt hat, er wolle nach Ablauf seiner Amtszeit 2011 nicht erneut kandidieren, scheint auch Oppositionschef Silvio Berlusconi über einen Abschied von der Politik nachzudenken. "Ich weiß nicht, ob ich noch da sein werde, wenn Prodi am Ende der Legislaturperiode der Politik den Rücken kehren wird. Ich denke jedenfalls, dass politische Führer nicht ihr Schicksal entscheiden. Es sind die Wähler, die entscheiden. Politische Führer sind ihre Instrumente, sagte Berlusconi.

Spekulationen über einen möglichen Ausstieg des Medientycoons von der Politik kursieren seit der Wahlniederlage Berlusconis bei den Parlamentswahlen vor einem Jahr. Der 70-jährige Medienzar führt seit 1994 die Mitte-Rechts-Allianz "Haus der Freiheiten". In dem Oppositionsbündnis wird seine Führungsrolle immer häufiger kritisiert.

Prodi hatte betont, Italien brauche "andere Führungskräfte. Seine Mitte-Links-Regierung wurde im April 2006 für fünf Jahre gewählt. "Mein Ziel ist, Italien stabile Institutionen und Regierbarkeit zu garantieren. Am Ende dieser Legislaturperiode werde ich meine Aufgabe erfüllt haben", sagte Prodi beim Kongress der gemäßigten Bewegung Margherita, bei dem deren Fusion mit den Linksdemokraten (DS) beschlossen werden soll.

Prodi unterstrich die Bedeutung der neuen "Demokratischen Partei", die aus der Fusion der Linksdemokraten und der Margherita, der stärksten Gruppierungen in seiner Mitte-links-Allianz, entstehen soll. Die neue Partei werde auch in Europa eine große Rolle spielen. "Im europäischen Parlament wollen wir für eine neue Allianz aller sozialistischen Reformparteien arbeiten", sagte Prodi. Der frühere EU-Kommissionspräsident sprach von der Notwendigkeit eines für moderate und linke Kräfte gleichermaßen bewohnbaren "gemeinsamen Hauses". (apa/red)