Armut in Österreich von

Versteckte Armut

511.000 Österreicher von akuter Armut betroffen. Michael Landau im NEWS-Interview.

Armut in Österreich - Versteckte Armut © Bild: Katharina Stögmüller

Immer mehr Menschen können sich das Leben nicht leisten. So sind aktuell 12 Prozent der Bevölkerung, also rund eine Million Menschen, armutsgefährdet. Am stärksten bedroht sind Nicht-EU-Bürger, allein lebende Frauen in Pension sowie Singles. Die Gründe: Wirtschaftskrise, Einsparungsmaßnahmen, Kündigungswellen. Michael Landau, Direktor der Caritas Wien im Interview mit NEWS.

NEWS: Wie groß ist das Problem der versteckten Armut?
Michael Landau:
Sie hat in den vergangenen Jahren leider mehr und mehr zugenommen. Denn der Boden unter den Füßen ist schneller weggezogen, als man denkt. Krankheit, Jobverlust, Scheidung – und schon ist die Armut da. Mittlerweile hat etwa jeder dritte Besucher der Wiener Gruft zwar eine eigene Wohnung, kann sich aber zum Beispiel das Essen nicht mehr leisten und muss deshalb unsere Essensausgaben besuchen.

NEWS: Welche Rolle spielt die Tabuisierung?
Landau:
Eine große. Gerade im ländlichen Bereich gibt es noch viele Barrieren und nicht genügend Einrichtungen, um die Menschen adäquat zu versorgen. Hinzu kommt, dass Frauen und Männer, die von versteckter Armut betroffen sind, sich schämen und oft ­lange brauchen, ehe sie Hilfe in ­Anspruch nehmen.

Wir dürfen nicht bei den Schwächsten sparen. Das wäre fatal!

NEWS: Wo besteht in der ­Versorgung Nachholbedarf?
Landau:
Man muss vorhandene Lücken schließen und vor allem die neuen von versteckter Armut betroffenen Gruppen berücksichtigen – junge Menschen und Alleinerzieherinnen. Doch es geht um weit mehr: nämlich um die Bekämpfung der Ursachen, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, aber auch die Solidarität in unserer Gesellschaft. Arme dürfen nicht vorverurteilt werden, und wir dürfen nicht mehr wegschauen. Denn jeder kann etwas zum Kampf gegen Armut beitragen! Hinzu kommt, dass nicht mehr bei den Schwächsten der Schwachen gespart ­werden darf. Denn sie haben in ihrem Gürtel kein Loch mehr, um ihn noch enger schnallen zu können.

NEWS: Was sind demnach Ihre Forderungen im Kampf gegen versteckte Armut?
Landau:
Wir brauchen eine ­Sozialverträglichkeitsprüfung von Sparmaßnahmen sowie ­parallel zur Schulden- auch eine Armutsbremse. Arbeit, finan­zielle Mindestsicherung und Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung und Pflege sind Grundvoraussetzungen, um versteckte Armut schon im Vorfeld zu verhindern. Man darf die ­Armen niemals aus dem Blick lassen! Das würde schlussendlich auch hierzulande zu sozialen Unruhen führen.

Kommentare

melden

ARMUT die wahrheit ist auch wenn ein ehepaar zusammen ca 1600 euro bis 1800 euro pension hat ..kämpfen muss das er halbwegs über die runden kommt ..man musss bedenken wohnung ca alles zusammen 700 euro ,dann kommt gis ,srom, versicherungen usw. .irgendwelche neuanschaffungen wie geräte ( neue möbel sind da eh nimmer drinn ) man braucht vielelcht mal neue martratzen usw. meistens hat man schon irgendwelche krankheiten wo man medikamente braucht und wer selber das zahlen muss die gebühren in der apotheke der weis was es kostet wenn man 3 bis 4 sachen verschrieben bekommt ....auch wenn man ins spital muss kostet es geld und dann gibt es so junge unerfahrene die wollen die pensionen noch kürzen ...gehts eh noch ???

vardka013@hotmail.com melden

Re: ARMUT Und das geld zaubern wir einfach her oder was?... man kann sich nicht einfach wünschen mehr zu bekommen und dann vergessen, dass es auch irgendwo herkommen muss

leute im hohen alter hatten ein leben lang zeit sich auch genug anzusparen (bzw eine private pensionsvorsorge abzuschließen)...wenn das verpasst wurde und sein geld gleich verkonsumiert hat, liegt das in der eignen verantwortung!...aber eigen verantwortung will in österreich keiner haben

volkswirtschaftlich betrachtet zahlt es sich auch nicht auch viel in nicht arbeitsfähige um hohen alter zu investieren

ich meine...man verdient seine pension schon, aber einfach so mehr zu verlangen nur weil man glaubt man würde es verdienen ist äußerst egoistisch, nicht nur bei pensionisten

freud0815 melden

@vardkao in der theorie hast du völlig recht aber es können sich viele keine vorsorgeversicherungen leisten (ich konnte es persönlich auch nicht bis ich über 40 war)
unser geld wurde durch miete, nebenkosten und essen *verkonsumiert* da blieb absolut NIX übrig-jahrelang. und glaub nicht, dass wir wie die fürsten speisten, es gab tage wo wir pellkartoffeln mit margarine gegessen haben. gsd änderte sich unsere situation als ich endlich auf die loyalität der alten firma gegenüber pfiff und ging-es gibt soviele menschen in wien, die wirklich kein geld für versicherungen haben. oder was zb wenn ein mann der keine lebensversicherung früh stirbt und die frau hausfrau war...es ist net so leicht wie es sich anhört

melden

Re: ARMUT wenn wer es geschafft hat sein leben ganz alleine zu finanzieren und eine gute altersvorsorge gemacht hat ..hut ab oder er hat glück gehabt in seinem leben ..aber es gibt eben menschen die minderwertige arbeiten gemacht haben und wenig lohn bekommen haben ..was macht man jetzt mit denen ??? abschieben oder in ein siechenheim ?traurig solche menschen die so denken über pensionisten die wenig pension bekommen und keiner sagt sie wollen mehr nur die menschen werden ausgenommen wie eine weihnachtsgans ..miete, strom ,u bahn ,fahren, orf gebühren ,rezeptgebühren ,benzin, ..alles ist zu teuer und kranksein bedeutet oft den ruin nicht nur bei kleinen pensionisten auch bei besser gestellten

melden

Re: ARMUT Lieber Vardka, du bist Jemand, der auf den bösen Trick herein gefallen ist, bei dem die Einen gegen die Anderen, also Alt gegen Jung, gegeneinander ausgespielt werden. Fakt ist: Ösiland war einst ein reiches Land. Aber unsere Politiker, quer durch alle Parteien, haben unser ganzes Vermögen an den Börsen wie im Casino verspielt. Allein Salzburg € 680 Mill. Die Stadt Linz zw. 300 und 700 Mill, kommt darauf an, wie der Prozess gegen die Bawag ausgeht. NÖ über eine Milliarde, uswusf. Dazu die Banken-Rettung mehrere Milliarden, allein die Hypo Kärnten 10 Milliarden, also 5 x so viel wie deren Budget.

Querdenken, bitte! Aber ich weiß ja, wenn man einer Ideologie anhängt, ist dies verboten!

freud0815 melden

Re: ARMUT sowas muss nicht mal im alter passieren
stell dir vor aus einem fehler wird dein geld auf ein falsches konto überwiesen und da der empfänger der bank sagt es ist sein geld zahlt die es nicht zurück. wenn die bezahlung von einem selbst getätigt wird und nich einbezogen, muss nix zurückbezahlt werden. dann stehst da und kannst deine rechnungen zahlen-nenn mir nen vermieter der das glaubt-aber sowas passiert mitunter. in at fliegst net sofort raus aber in anderen ländern räumen die die bude binnen 9 tagen-obdachlos zieht arbeitslos hinterher und das wenns noch ein selbstständiger ist armut

mfp7764 melden

WANN HAT ES DAS MAL IN ÖSTERREICH GEGEBEN Diese politiker sollten sich bis in den arsch schämen das es soweit bei uns kommen musste.diese verbrecher gehören aus dem land getrieben aber ohne geld und papiere und ihrem reichtum.die haben keine ahnung wie es ist mit 1000 euro oder weniger auszukommen diese korupten verbrecher.

melden

Re: WANN HAT ES DAS MAL IN ÖSTERREICH GEGEBEN Ich bin voll deiner Meinung! Man müsste quer durch die EU ein Spießrutenlaufen für alle Politiker, Banker und Konzernherren veranstalten! Und wer es nicht schafft? Pech gehabt!

Echt, ich hätte mir vor 30 Jahren nicht gedacht, dass ich selbst einmal in diesen Kategorien denke! Aber wer heute noch daran glaubt, dass sich von Oben herab etwas ändern könnte, der ist und bleibt wohl ein gutmenschlicher Volltrottel! Österreich ist heute ein täterverliebter Rechtstaat, in dem Opfern erst dann geholfen werden darf, wenn sie selbst zu Tätern geworden sind. Und wer genügend Geld hat, um sich einen trickreichen Lügenanwalt leisten zu können, dem geschieht sowieso Nichts.

Ich denke jedoch, die nun bald kommende Weltrevolution wird es wieder richten! Vom Geldadel wird Nichts übrig bleiben! Hoffe ich!

Seite 1 von 1