Armer, starker Mann: Sarkozy-Gattin Cecilia blieb Wahl ihres Ehemannes fern!

Zunächst verhinderter Medienbericht erschien doch Ex-Model hat kein Interesse an "First Lady"-Dasein

Die französischen Medien wissen aus übereinstimmenden Quellen, dass Cecilia Sarkozy, Gattin des neuen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy (UMP), nicht an der Stichwahl am 6. Mai teilgenommen hat, Berichte darüber scheinen in hohen Sphären allerdings unerwünscht zu sein. Wie die von ehemaligen "Liberation"-Journalisten gegründete Webseite "Rue89" berichtet, verzichtete die Sonntagszeitung "Le Journal du Dimanche" nach einem persönlichen Eingriff ihres Verlegers Arnaud Lagardere, die Nachricht in der letzten Ausgabe zu veröffentlichen. Nun landete die Nachricht dennoch im Gratisblatt "Metro" des norwegischen Schibsted-Verlags.

Die Entscheidung der Präsidentengattin, nicht an der Wahl teilzunehmen, aus der ihr Mann siegreich hervorgegangen ist, gehöre in deren "Privatsphäre" - so erklärte der Chefredakteur der Sonntagszeitung, Jacques Esperandieu, seine Entscheidung. Zumal Sarkozys Gattin nicht für eine Stellungnahme erreichbar gewesen sei, habe er "nach reiflicher Überlegung" beschlossen, dass die Enthaltung Cecilia Sarkozys in deren "Privatsphäre" gehöre und daher nicht veröffentlicht werden sollte, erklärte Esperandieu gegenüber den Medien.

Der Chefredakteur des "Journal du Dimanche" räumte zwar ein, "einige Telefonate von Leuten erhalten zu haben, die auf den sehr persönlichen Charakter der Information" hingewiesen hätten, allerdings habe er die Entscheidung, den Artikel nicht zu veröffentlichen, "allein getroffen". Eine Intervention von Seiten enger Mitarbeiter Sarkozys, von der "Rue89" berichtet, wurde vom Kommunikationsbeauftragten des Präsidenten, Franck Louvrier, entschieden dementiert.

Nach den Informationen haben die Journalisten der Sonntagszeitung Cecilia Sarkozys Wahlenthaltung entdeckt, indem sie in das öffentlich zugängliche Register ihres Wahlbüros Einsicht nahmen. Sie lichteten die betreffenden Seite als Beweis der Stimmenthaltung ab. Laut "Rue89" sind zunächst mehrere nähere Mitarbeiter des Präsidenten interveniert und zuletzt der Eigentümer des Blattes selbst, Arnaud Lagardere, der auch ein Freund von Nicoas Sarkozy ist.

Nicolas Sarkozy erhielt wegen seiner Nähe zu den Großen dieser Welt bereits den Spitznamen "Jet-Set-Präsident". Gleich nach seiner Wahl erregte der Umstand großes Aufsehen, dass ihm der französische Großindustrielle Vincent Bollore einen Privatjet und eine große Yacht lieh, damit er einige Tage in Malta ausruhen könne. Sarkozy unterhält auch freundschaftliche Beziehungen mit LVMH-Chef Bernard Arnauld, der Trauzeuge bei seiner Hochzeit war, sowie mit dem Chef des PPR-Konzerns Francois Pinault. Martin Bouygues, Inhaber des größten französischen Fernsehsenders TF1 und des Baukonzerns Bouygues, ist Taufpate von Sarkozys zweitem Sohn.

Zwischen Sarkozy und seiner Ehefrau herrscht dagegen nicht immer Einstimmigkeit. Seit ihn die 49-Jährige 2004 für den Werbemann Richard Attias zeitweilig verlassen hatte, erscheinen die Beziehungen des frisch gebackenen Präsidentenpaars häufig gespannt. Selbst am Wahlabend ließ sich Cecilia Sarkozy erst sehr spät an der Seite des Präsidenten sehen und beteiligte sich nur sehr zurückhaltend an den Feierlichkeiten. Vom Leben einer "First Lady", das sie selbst einmal als "öde" bezeichnet hatte, scheint Cecilia Sarkozy nach wie vor nicht viel zu halten. Und am Sieg ihres Mannes war ihr auch nicht so viel gelegen, zumal sie sich nicht einmal ins Wahlbüro bemühte.

(apa/red)