Ariel Sharon: Die wichtigsten Lebensdaten

Mit 38 General - Seit fünf Jahren Premier

Der Gesundheitszustand von Israels ehemaligem Ministerpräsidenten Ariel Sharon hat sich nach Angaben seiner Ärzte deutlich verschlechtert. Die Nierentätigkeit des Koma-Patienten habe nachgelassen und es seien Veränderungen des Gehirns festgestellt worden, teilten die Mediziner am Sonntag mit. Sharon hatte Anfang Jänner einen schweren Schlaganfall mit Hirnblutungen erlitten und ist auch nach wiederholten Operationen nicht mehr zu Bewusstsein gelangt. Die wichtigsten Lebensdaten:

1948 - Sharon kommandiert eine Infanteriekompanie während des israelischen Unabhängigkeitskriegs.

1953 - Das von Sharon geführte Sonderkommando "Einheit 101" dringt nach Jordanien ein, um Vergeltung für Angriffe palästinensischer Extremisten zu üben. 69 Zivilisten werden getötet.

1967 - Sharon befehligt während des Sechs-Tage-Kriegs eine Division. Israel erobert das Westjordanland, die Golan-Höhen und die Wüste Sinai.

1973 - Nach dem Angriff arabischer Staaten auf Israel zum Auftakt des Yom-Kippur-Krieges wird Sharon aus dem militärischen Ruhestand zurückgerufen. Unter Missachtung von Befehlen überquert seine Division den ägyptischen Suez-Kanal.

1977 - Sharon wird in das israelische Parlament gewählt und Landwirtschaftsminister in der ersten rechtsgerichteten Regierung des Landes unter Menachem Begin. Er wird einer der wichtigsten Fürsprecher der Siedlerbewegung.

1982 - Als Verteidigungsminister ist Sharon für die Libanon-Invasion verantwortlich. Von dort sollen militante Palästinenser vertrieben werden. Mit Israel verbündete libanesische Christen-Milizen töten hunderte Menschen in palästinensischen Flüchtlingslagern.

Sharon organisiert den Umzug jüdischer Siedler aus dem Sinai. Laut Friedensvertrag fällt das Gebiet an Ägypten zurück.

1983 - Eine israelische Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass Sharon indirekt für die Massaker an Palästinensern im Libanon Verantwortung trägt. Er wird zum Rücktritt gezwungen.

1998 - Als Außenminister fordert Sharon die Israelis auf, sich in den besetzten Gebieten "so viele Berggipfel wie möglich zu nehmen".

28. September 2000 - Sharon besucht als Likud-Oppositionsführer die moslemischen Pilgerstätten im Zentrum der Altstadt von Jerusalem - es kommt zu Ausschreitungen. Nach palästinensischer Darstellung ist der Auftritt auf dem Tempelberg der Auslöser der so genannten Zweiten Intifada. Israel erklärt, der palästinensische Aufstand sei zuvor bereits geplant gewesen.

7. März 2001 - Sharon wird Regierungschef, nachdem er bei der Wahl Ministerpräsident Ehud Barak von der Arbeiterpartei geschlagen hat.

28. Jänner 2003 - Sharon wird mit einer noch größeren Mehrheit wiedergewählt. Seine Regierung geht hart gegen die aufständischen Palästinenser vor.

18. Dezember 2003 - Sharon gibt seinen Plan zur Trennung von Israelis und Palästinensern bekannt. Später erklärt er, zunächst sollten alle Siedlungen im Gaza-Streifen und vier im Westjordanland aufgelöst werden.

8. Februar 2005 - Sharon und Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas verkünden eine Waffenruhe.

12. September 2005 - Israel schließt den Abzug seiner Soldaten und der jüdischen Siedler aus dem Gaza-Streifen ab. In Sharons Likud-Partei wächst der Widerstand ultra-nationalistischer Kräfte gegen diese Politik.

21. November 2005 - Sharon verlässt den Likud und gründet vor den für Ende März angesetzten vorgezogenen Wahlen die neue Partei Kadima (Vorwärts).

18. Dezember 2005 - Sharon erleidet einen Schlaganfall, den die Ärzte als leicht bezeichnen.

4. Jänner 2006 - Sharon erleidet einen zweiten, schweren Schlaganfall mit massiven Hirnblutungen. Er fällt ins Koma, aus dem er auch nach wiederholten Operationen nicht aufwacht. Olmert wird zum amtierenden Ministerpräsidenten ernannt.

28. März 2006 - Olmert gewinnt mit Kadima die Parlamentswahl. Der Likud wird nur noch fünftgrößte Fraktion in der Knesset.

11. April 2006 - Olmert wird zum offiziellen Nachfolger Sharons ernannt.

(apa)