Ariel Muzicant spricht sich für mehr Moscheen aus - allerdings ohne Minarette

Fordert zu "respektvoller Islam-Diskussion" auf IKG-Präsident zieht sich 2012 aus Funktion zurück

Ariel Muzicant spricht sich für mehr Moscheen aus - allerdings ohne Minarette © Bild: APA/Pfarrhofer

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), Ariel Muzicant, fordert mehr Moscheen - allerdings ohne Minarette. Im APA-Interview fragt er sich: "Wo steht geschrieben, dass Bethaus-Architektur "importiert" sein muss?" Zudem fordert er eine "respektvolle Islam-Diskussion". Den Zuzug von jährlich 500 bis 1.000 Juden nach Österreich will die IKG nach der Wien-Wahl verhandeln.

"Ich finde, überall dort, wo Menschen für Bethäuser einen Bedarf haben, sollte es Bethäuser geben", gesteht Muzicant den Muslimen durchaus mehr Moscheen zu. "Nur müssen die Menschen dafür sorgen, dass diese Bethäuser gebaut werden. Das hat zwei Konsequenzen: Erstens müssen sie das Geld aufbringen und zweitens müssen sie dafür sorgen, dass sie Bethäuser bauen, die in das Land passen, wo sie gebaut werden."

"Für Minarette ist kein Bedarf
"Bethäuser sind Bethäuser, sie müssen die religiösen Grundlagen einer Religionsgemeinschaft erfüllen", meint Muzicant. Aber: "Für Minarette ist im Zeitalter des Handys und des SMS kein Bedarf." Es müsse auch möglich sein, muslimische Architekten zu finden, die eine eigene mitteleuropäische Moschee-Architektur entwickeln . Sonst müsse man sich den Vorwurf gefallen lassen, aus Saudi-Arabien oder Istanbul "fremdgesteuert" zu sein.

Der Islamischen Gemeinde empfiehlt Muzicant eine vernünftige, respektvolle Diskussion braucht, wie sich der Islam in Österreich weiterentwickelt. "Was derzeit abläuft, wird immer wieder zu Konflikten führen." Muzicant verlang weiterhin ein Integrations-Staatssekretariat und sieht in der Deutsch-Pflicht vor der Zuwanderung nur "eine Komponente" vieler notwendiger Maßnahmen.

Neubau des Jüdischen Museums
Der IKG-Präsident empfiehlt zudem einen Neubau für das Jüdische Museum in der Bundeshauptstadt. Er schlug vor, den jetzigen Standort in der Dorotheergasse zu verkaufen und um dasselbe Geld einen Neubau am Morzinplatz zu errichten.

Im Interview kündigte Muzicant nach 40 Jahren in verschiedensten IKG-Funktionen seinen Rückzug als Präsident für 2012 an: "Ich möchte nach 40 Jahren auch irgendwann einmal etwas anderes machen und Jüngeren die Möglichkeit geben sich einzubringen."

(apa/red)

Kommentare

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Ariel Muzikant Dieser unleidliche Typ von einem Besserwisser und Weltverbesserer sagt, man müßte gebetsräume für alle Konfessionen zur verfügung stellen. Stimmt! Weiters sagt er daß die, welche bedarf anmelden auch für die Kosten aufkommen sollen. Stimmt auch! Aber warum hält er sich nicht an seine eigenen Forderungen? Er verlangt vom Staat Österreich die renovierung der jüdischen friedhöfe, er verlangt mehr geld für jüdische Schulen vonder Stadt Wien. er verlangt... er verlangt und verlangt. Wie wäre es wenn einmal die nicht ganz arme jüdische Gemeinde etwas für ihre Mitglieder tun würdeaußer schöner Worte verteilen?

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Re: Ariel Muzikant Mir ist es relativ egal welchen glauben jemand hat. Ich finde es aber unglaublich das jemand, einen Mitmenschen mit seinem Glauben zwangsbeglück, noch dazu wenn dieser Glaube nicht der "Hauptglaube" in einem Land ist.
Bauen Sie einmal eine römisch katolische Kirche am Hauptplatz in Jerusalem und leuten am Sonntag um zehn Uhr zur Messe.
Man sollte sich den jeweiligen Gebräuchen eines Landes anpassen denn schliesslich und endlich ist man Gast.

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@ Viennese Er will ja ned die Welt verbessern, sondern Österreich
ständig belehren, noch mehr Geld, weil die Erbschuld
der jungen Generation ist ihm auch schon zu wenig
bzw. will er sich vor seinem Abgang (der mehr als
überfällig ist) noch eine Art "Denkmal" für seine
"Leistungen" setzen;)

Wir sind, glaube ich, echt das einzige Land in ganz
Europa an das man nur Forderungen stellt und wo
die Bevölkerung bzw. unser Glaube einen Dreck
zählt!

WIR (unsere Generation) hat keinen Krieg geführt
und WIR müssen auch KEINE Forderungen erfüllen!
Forderungen soll er von mir aus im Iran stellen, aber
dort würd er keine 2 Minuten überleben;)

Unsere Politiker knien offensichtlich vor jedem der in
unser Land kommt und sich aufspielt! Daran sieht man
wieder eindeutig, welche "Leistung" unsere Politiker
abliefern!

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Re: Ariel Muzikant Tja, Muzicant bzw. seine Nachfolger werden aufgrund des demographischen Wandels in Europa zu Gunsten der muslimischen Bevölkerung ohnehin bald wesentlich leiser treten. Nur noch eine Frage der Zeit!

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Re: Ariel Muzikant Muzikant ist israelischer Staatsbürger, neben seiner österreichischen.. Er besitzt auch einen Diplomatenpass. Aber den gibt er nicht her, da sorgen schon seoine Freunde in der SPÖ. Da ich sehr viele Leute jüdischen Glaubens kenne, kann ich sagen dass die meisten von diesem Typen nichts wissen wollen.Es ist nur schade dass sich unsere Politiker von ihm derartig einnehmen lassen. Denn er ist ein gefährlicher Zündler.

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Abschied ... und tschüss!!!

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Re: Abschied ... bingo du sagst es

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