ARBÖ-Kärnten stellt finanzielle Forderung: Bundesorganisation soll Zahlungen leisten

Schiedskommission soll jetzt Lösung herbeiführen Schober: "Waren immer Teil der Bundesorganisation"

ARBÖ-Kärnten stellt finanzielle Forderung: Bundesorganisation soll Zahlungen leisten © Bild: ARBÖ

Die Kärntner Landesorganisation des Autofahrerclubs ARBÖ stellt an die Bundesorganisation finanzielle Forderungen großen Ausmaßes: "Wir haben aus Mitgliedsbeiträgen 1,159 Millionen und aus anderen Forderungen insgesamt 1,26 Millionen Euro zu bekommen", erklärte ARBÖ-Landeschef Wolfgang Schober. Gleichzeitig wies er Berichte zurück, wonach dem Kärntner ARBÖ der Weg in die Insolvenz drohe.

"Wir haben bis dato alle Rechnungen pünktlich bezahlt, ein positives Budget 2008/09 vorgelegt und Barreserven auf dem Konto unserer Hausbank. Wir können aber nicht auf ewige Zeit auf die Behandlung unserer Forderungen gegenüber der Bundesorganisation beziehungsweise auf die uns zustehenden Eingänge der durch die Bundesorganisation kassierten Mitgliedsbeiträge verzichten", stellte Schober zu einem Bericht in der erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazin "News" fest, wonach die Landesgruppe Kärnten unmittelbar vor der Pleite stünde.

Weigerung der Bundesorganisation
"Es gibt Forderungen und Gegenforderungen von beiden Seiten", erläuterte der Kärntner ARBÖ-Präsident. Allerdings verweigere die Bundesgeschäftsführung bis dato die Behandlung der Landesforderungen. Eine von ARBÖ-Präsident Heinz Hofer autorisierte Schiedskommission mit den Länderchefs von Wien und Tirol, Rudolf Ertl und Gerhard Schneider, habe aber einen "Vergleichsvorschlag" ausgearbeitet, der dem Bundespräsidium zur Annahme vorgeschlagen werden solle. Das Kärntner ARBÖ-Präsidium habe den Vorschlag schon am 15. Mai angenommen. Schober: "Mit der Annahme dieses Vergleichs auch die Bundesorganisation wäre die Zusammenarbeit für die Zukunft geregelt."

Die in "News" genannten weiteren Behauptungen im Zusammenhang mit einem Konzept zur Sanierung der Landesorganisation wies Schober aber zurück: "Vollkommen falsch ist die Darstellung, wonach in einem Papier verlangt werde, dass die Bundesorganisation 1,16 Millionen Euro bezahlen und die Schulden der Kärntner beim Bund schultern solle." Ebenfalls völlig aus der Luft gegriffen sei eine angebliche Generalhaftung des Bundes-ARBÖ für das geplante und für Oberkärnten und Osttirol äußerst wichtige Fahrsicherheitszentrum in Arnoldstein. Schober: "Die FSZ Arnoldstein GmbH setzt sich zu 76 Prozent aus privaten Investoren zusammen, der ARBÖ ist nur zu 24 Prozent beteiligt." Es handle sich also nicht, wie immer fälschlich dargestellt werde, um ein ARBÖ-Projekt.

Kontroveresen zwischen Bund und Land
Schober legte auch Wert auf die Feststellung, dass der ARBÖ-Kärnten "immer ein Teil der Bundesorganisation gewesen ist, wie alle anderen acht Landesorganisationen auch." Berichte, wonach dem nicht so sei, seien daher falsch. Zwischen der Kärntner Landesorganisation und dem Bundes-ARBÖ war es in den vergangenen Jahren aber immer wieder zu Kontroversen gekommen, im Jahre 2006 war der Kärntner Landesgeschäftsführer entlassen worden, später wurde aber eine einvernehmliche Lösung erzielt. Im Oktober 2007 trat dann der langjährige Kärntner ARBÖ-Chef und SPÖ-Politiker Rudolf Schober wegen angeblichen ständigen Drucks seitens des Bundes-ARBÖ zurück, seither führt sein - nicht verwandter - Namensvetter die Organisation.

(apa/red)