Arbeitsmarkt von

Arbeitslosigkeit im September
weiter gestiegen

Knapp 370.000 Menschen ohne Job - Plus von 9,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr

Arbeitslosigkeit gestiegen. © Bild: Thinkstock

Die Arbeitslosigkeit ist im September weiter gestiegen: Ende September waren 369.043 Menschen ohne Job, um 9,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition stieg im Jahresabstand um 0,7 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent; sie ist damit so hoch wie im August.

Vor allem die europäische Wirtschaft komme nach wie vor nicht in Schwung, heißt es dazu aus dem Sozialministerium. Zudem führe die europaweit hohe und weiter steigende Arbeitslosigkeit zu stagnierenden Konsumausgaben, die Investitionen der Unternehmen seien entsprechend verhalten.

Die Anzahl der vorgemerkten Arbeitslosen legte gegenüber dem Vorjahr um 11,8 Prozent auf 292.135 zu, bei den Schulungsteilnehmern des AMS war der Anstieg mit 3,4 Prozent auf 76.908 geringer. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten stieg um 0,4 Prozent auf rund 3,546.000.

Anderswo noch schlimmer

Zwar ist die Arbeitslosigkeit in Österreich im Laufe eines Jahres um ein Zehntel gestiegen, doch woanders sei es noch viel schlimmer, versucht Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) dem negativen Trend noch etwas Positives abzugewinnen.

"Mit einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent (im August, Anm.) hat Österreich nach wie vor, wie seit über drei Jahren, die geringste Arbeitslosigkeit in der EU. Die durchschnittliche Quote in der Union beträgt hingegen 10,1 Prozent", sagte Hundstorfer am Mittwoch laut Aussendung. "Das ist aber kein Grund zur Entwarnung", räumt der Minister ein.

Immerhin sei die Anzahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat August sogar um 186 Personen geringfügig gesunken, verweist das Ministerium heute auch auf eine positive Entwicklung. Rechnet man aber auch die Menschen hinzu, die mangels eines Jobs an AMS-Schulungen teilnehmen, dann waren Ende September rund 369.000 Menschen in Österreich ohne Arbeit - um 13.400 mehr als im August.

Hundstorfer hofft auf "Belebung"

Schuld an der negativen Entwicklung sei die europaweit schwache Konjunkturentwicklung, aber "die nunmehr an Kontur gewinnende Steuerreform und die bei der Regierungsklausur beschlossenen Maßnahmen zur Wirtschaftsbelebung werden wichtige Impulse setzen", zeigt sich Hundstorfer überzeugt. "Dennoch wird nicht zu verhindern sein, dass auch bei uns die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen weiter ansteigt."

Besonders schlechte Karten hat derzeit, wer ein Mann, Ausländer, älter oder behindert ist. Die Anzahl der arbeitslosen Ausländer war im September mit 74.502 um 23,1 Prozent höher als vor einem Jahr. Bei Über-50-Jährigen stieg die Anzahl der Arbeitslosen innerhalb des letzten Jahres um 15,7 Prozent auf 73.654, bei Menschen mit Behinderung um 21,1 Prozent auf 10.272, bei Männern insgesamt hat sie um 13,5 Prozent auf 158.521 zugenommen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die länger als ein Jahr keine Arbeit finden, hat sich auf rund 13.850 praktisch verdoppelt.

Stärkster Zuwachs in Salzburg

Regional betrachtet ist die Anzahl der Arbeitslosen am stärksten in Salzburg (+14,7 Prozent), in Wien (+14,5 Prozent) und in Oberösterreich (+13,4 Prozent) gestiegen. Vergleichsweise günstiger ist die Entwicklung etwa in Kärnten (+7,7 Prozent) oder in Tirol (+8,9 Prozent) - allerdings hat man in Tirol auch um 15,2 Prozent mehr Menschen in AMS-Schulungen untergebracht.

Die Lage am Lehrstellenmarkt hat sich im Jahresabstand ebenfalls verschlechtert, wenn auch nicht so stark: Die Zahl der Lehrstellensuchenden ist um 2,1 Prozent auf 7.012 gestiegen, die gemeldeten offenen Lehrstellen sind um 6,4 Prozent auf 4.599 zurückgegangen. Die Anzahl der gemeldeten offenen Stellen insgesamt ist mit 28.516 (-0,5 Prozent) beinahe konstant geblieben. Aktiv unselbstständig beschäftigt waren Ende September 3.460.000 Menschen, um 18.000 mehr als vor einem Jahr.

Nach Branchen betrachtet war die Zunahme der Arbeitslosen am Bau (+16,8 Prozent) und bei den Leiharbeitern (+14,1 Prozent) besonders stark.

Lösungsvorschläge: Steuern senken, weniger arbeiten

Während Wirtschaftsvertreter vor allem in einer Senkung der Lohnnebenkosten und in Bildungsmaßnahmen ein wirksames Rezept zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sehen, setzen ÖGB und Arbeiterkammer eher auf eine Lohnsteuersenkung, um den Konsum anzukurbeln. Andere Arbeitsmarktexperten sind davon überzeugt, dass die Unternehmen mehr Jobs schaffen werden, wenn sie höhere Löhne zahlen müssen.

Kommentare

Die Wirtschaft wird nicht in Schwung kommen. Auch nicht mit einer Steuerreform. Kosten sind noch nie weniger geworden. Die Preise bleiben zu hoch und das Einkommen mehrheitlich zu gering. Das bissl Plus im Geldsackerl reicht nur für wenig. Der Karren ist verfahren.

Elcordes melden

Die Wirtschaft kommt nicht in Schwung. Das hören wir Monat für Monat. Also könnten Sie @eintiroler auch mal bla bla bla sagen. Ja dann liebe Regierung unternehmt mal was dagegen. Feigmann, Mitterlehner, Hundsdorfer und Kollegen sitzen wie paralisiert in Ihren Stühlen. Wo ist den nun die Steuerreform. Die kommt auch 2016 nicht. Die haben schon wieder eine Ausrede. Wirtschaft kommt nicht in Schwung , Steuereinahmen fehlen usw. Sg. Herr eintrioler ich kann das schon nicht mehr hören.

christian95 melden

Die Steuereinnahmen sind so hoch wie noch nie.
Die Regierung hat ein Ausgabenproblem. Egal wie hoch sie uns mit neuen Steuern noch abzocken, es ist IMMER zu wenig!!!

bridschy melden

Genau so ist es. Viel zu viel Geld geht in die EU und wir nehmen viel zu viele Leute auf, als wir Steuerzahler uns leisten können. Jede Familie würde so bankrott gehen. Wir werden es auch bald.

christian95 melden

ÖGB und AK als Vorfeldorganisation der SPÖ schweigen zu den monatlichen Rekordarbeitslosen.
Bei einem verantwortlichen HC wären sie bestimmt nicht so leise!

eintiroler melden

wie halt immer bei Ihnen:
bla, bla, bla und gähn!

drowhunter melden

ob der von der fpö geld bekommt für den blödsinn?

Freidenker melden

Warum senken wir nicht die Arbeitszeit (bei gleichbleibendem Lohn) statt von 40 Stunden/Woche auf nur 25 Stunden/Woche. Dann könnten die Firmen mehrere Mitarbeiter beschäftigen. Vorausgesetzt sie müssten nicht so hohe Steuern zahlen. Wir sollten weg von den PC's und Maschinen, hin zur Handarbeit. Dann hätte fast jeder einen Job.

eash melden

@Freidenker
das kann ich mir bei unserer? Voest und sonstigen anderen *heißen* > Betrieben, Bäcker, Küchen,Restaurants und xxxx Firmen gut vorstellen. Was würde die KKasse dazu meinen?? Eben ein Freidenker

christian95 melden

Arbeitszeitsenkung ein utopischer Vorschlag linker Parteibonzen in ihren sicheren Arbeitsplätzen.
"Arbeiten wir nur mehr 10 Stunden in der Woche, bei vollem Lohnausgleich - was sonst; und schon haben wir keine Arbeitslosen mehr"....
Auf welchem Planeten leben solche Menschen?

Seite 1 von 1