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Arbeitslosigkeit im Juli
erneut gestiegen

9,7 Prozent mehr Personen ohne Job - Prognose bleibt negativ

Arbeitsmarkt - Arbeitslosigkeit im Juli
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Die Arbeitslosigkeit ist im Juli in Österreich weiter gestiegen. Ende Juli waren 351.313 Personen ohne Job, um 9,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen kletterte um 11,6 Prozent auf 286.363, die der AMS-Schulungsteilnehmer um 1,7 Prozent auf 64.950. Um 0,8 Prozent wuchs auch die Zahl der unselbstständig Beschäftigten.

Der Trend der vergangenen Monate setzte sich auch im Juli weiter fort, so das Sozialministerium in einer Aussendung: Weiter steigende Beschäftigung und ein darüber hinausgehender Zuwachs des Arbeitskräfteangebots sorge bei nach wie vor schwacher Konjunktur für eine weitere Zunahme der vorgemerkten Arbeitslosen.

Die leichte Belebung bei Exporten und Ausrüstungsinvestitionen reiche noch nicht aus, ein wirtschaftliches Wachstum zu generieren, das die Arbeitslosigkeit senke. "Ohne entsprechende Unterstützung durch die inländische Nachfrage werden, vor allem auch angesichts des weiter steigenden Arbeitskräfteangebots, die Arbeitslosenzahlen mittelfristig nicht spürbar sinken", so die Prognose.

Wettbewerb verschärft

Am österreichischen Arbeitsmarkt verschärft sich dementsprechend der Wettbewerb: Das Angebot an Arbeitskräften ist im Jahresabstand um 60.000 Menschen gestiegen. Die Beschäftigung stieg nur um 28.000. "Angesichts der steigenden Konkurrenz bleiben vor allem gesundheitlich beeinträchtigte, gering qualifizierte, Personen mit sprachlichen Barrieren und auch ältere Personen verstärkt zurück", so das Sozialministerium.

Angesichts der Rücknahme der Konjunkturprognosen für 2014 sieht das Ministerium die Aussichten "verhalten". Wirtschaftlich scheint die Talsohle zwar durchschritten, der Weg nach oben dürfte aber "weiter steinig und mühsam bleiben".

Männer stärker betroffen

Ende Juli 2014 waren in Österreich 3,610.000 Personen unselbstständig beschäftigt. Bei den Älteren (ab 50 Jahren) stieg die Arbeitslosigkeit im Juli um 17,2 Prozent auf 73.269 Personen, bei Behinderten um 22,5 Prozent auf 10.131 und bei Ausländerinnen und Ausländern um 22,8 Prozent auf 67.544. Männer waren vom Anstieg der Arbeitslosigkeit mit plus 13,0 Prozent stärker betroffen als Frauen mit plus 10,1 Prozent. Bei Inländern stieg die Arbeitslosigkeit im Juli um 8,6 Prozent, bei Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) um 5,4 Prozent. Bei den jüngsten Arbeitsmarkteinsteigern, den 15- bis 19-Jährigen, sank die Arbeitslosigkeit um 1,6 Prozent, während Jugendliche zwischen 20 bis 24 Jahren einen Anstieg von 7,1 Prozent aufwiesen.

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition lag Ende Juli bei 7,3 Prozent, um 0,7 Prozentpunkte höher als im Juli des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote nach internationalem Standard betrug Ende Juni (letztverfügbarer Wert) 5,0 Prozent. Damit hatte Österreich weiterhin die niedrigste Arbeitslosigkeit in der EU, wo der Durchschnitt (EU-28) bei 10,2 Prozent lag.

Anstieg quer durch die Branchen

Nach Branchen betrachtet stieg die Arbeitslosigkeit am Bau um 12,7 Prozent und bei der Arbeitskräfteüberlassung um 12,9 Prozent. Im Handel nahm die Zahl der Arbeitslosen um 11,6 Prozent zu. Unterdurchschnittlich nahm die Arbeitslosigkeit in der Warenproduktion zu, nämlich um 6,2 Prozent. Im Tourismus stieg die Arbeitslosigkeit um 10,4 Prozent.

Im Bundesländervergleich liegt Wien mit einem Anstieg der Arbeitslosen um 15,8 Prozent an der Spitze, gefolgt von Oberösterreich mit plus 13,2 Prozent, Niederösterreich mit plus 10,2 Prozent und Tirol mit plus 10,0 Prozent. In Salzburg lag der Zuwachs bei 8,9 Prozent, in der Steiermark bei 8,3 Prozent, in Kärnten bei 7,6 Prozent, im Burgenland bei 7,3 Prozent und in Vorarlberg bei 3,6 Prozent.

In einigen Bundesländern ist auch die Zahl der offenen Stellen gestiegen, nämlich in Vorarlberg, Niederösterreich, Kärnten und dem Burgenland. Insgesamt sank die Zahl der offenen Stellen in Österreich allerdings um 5,2 Prozent auf 26.734.

Mehr offene Lehrstellen gibt es in Vorarlberg, Tirol, Wien und Niederösterreich. In ganz Österreich gab es allerdings Ende Juli um 0,9 Prozent weniger offene Lehrstellen: 3.273 Lehrlinge werden gesucht.

Arbeitslosigkeit im Juli.
© APA/Margret Schmitt

Kommentare

Am besten wäre...
1) persönliche Haftung (mit Privateigentum) der Politiker!
2) Grenzschließung und wieder Produkte im eigenen Land erzeugen

eintiroler melden

@carlos1958, christian95, usw.:
Ich frage mich immer, warum ihr alle nicht Politiker geworden seit??
Viel verdienen und nix arbeiten lt. euren Aussagen.
Aja, da gehört ja ein klein wenig Grips dazu, nicht nur der Pflichtschulabschluss, und der womöglich noch negativ ;-)

christian95 melden

Das lernt man in den Parteischulen:
"Wenn Dir die Argumente fehlen, dann beschimpfe die Kritiker".
Eine Vorgangsweise wie im Lehrbuch.

carlos1958 melden

Die Politiker müssen ja auch nicht mit dem wenigen Geld eines Arbeitslosen leben, sie kassieren das 10 fache und leiisten wenig und haben Null Verantwortung für ihr Handeln!

christian95 melden

100% richtig!
So ist es auch mit den Sanktionen gegen Rußland. Kein Parteigünstling oder Politiker verliert deswegen seinen Arbeitsplatz. Verliert eine Privatfirma ihre Aufträge stehen die Menschen auf der Straße (und nicht die Politiker).

christian95 melden

Ob AK + ÖGB bei einem anderen Sozialminister (FPÖ, Grüne, Neos) auch so laut schweigen würde?
Jedes Monat neue Rekordarbeitslosenzahlen aber diesen Bonzen in ihren weich gepolsterten Sesseln ist das völlig egal.
Der Staat erhöht sogar die Arbeitslosen: Noch immer haben wir zu wenig "Zuwanderung Flüchtlinge & Co": Wo diese einen Arbeitsplatz bekommen sollen fragt niemand.

christian95 melden

ÖVP Finanzminister verschulden den Staat immer höher und versprechen alle paar Monate "zu sparen" bzw. das Budget zu sanieren.
ÖVP InnenmisterInnen sind nicht einmal in der Lage den Flüchtlingen Quartiert zu besorgen von einem Arbeitsplatz ganz zu schweigen. ....
Sie versprechen immer wieder das zu verbessern.
Wie oft müssen sie uns ihre Unfähigkeit noch beweisen?

Bin auch der Meinung mit der Bundeshymne haben sie sich selber geoutet, man muss aber sagen der ganze Mist kommt von der Övp!

Aber uns gehts doch gut, wir sind die Besten, die zehntausenden kursbesuchenden Arbeitslosen brauchen wir auch nicht mitzählen, usw. bla bla bla...

Freidenker melden

Ganz was Neues....!!! Hauptsache die österreichische Politik befasst sich mit dem Umschreiben der Bundeshymne, denn Arbeitsplätze können sie eh keine schaffen, also widmen sie sich lieber einfacheren Dingen zu.

christian95 melden

Die Politiker befassen sich mit Sanktionen gegen Rußland und produzieren weitere Arbeitslose. Nicht die Politiker sondern die Bürger zahlen wiederum dir Zeche dafür!

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