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Arbeitslosenrate steigt im Februar an

Zahlen zeigen keine positive Entwicklung - Mehr als 466.000 Menschen arbeitslos

Thema Arbeitslosigkeit: Eine Frau sitzt verzweifelt am Computer. © Bild: Thinkstock

Die Zahlen für Februar zeigen keine positive Entwicklung: Mehr als 466.000 Menschen waren in dem vergangenen Monat arbeitslos. Damit steigt die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vorjahr um knapp 6 Prozent an. Im Vergleich zum Januar ist allerdings eine leichte Verbesserung zu bemerken. Ob es sich dabei um einen tatsächlichen Aufschwung handelt oder ob lediglich der übliche Frühlingsanstieg bemerkbar ist, ist momentan noch unklar.

Bau, Handel und Leiharbeit besonders betroffen

Es ist jedes Jahr im Frühling die gleiche Situation: Bereiche, in denen die Angestellten aufgrund des kalten Wetters im Winter nicht arbeiten können und sich daher arbeitslos melden, nehmen langsam wieder ihre Tätigkeit auf. Besonders der Bau ist davon regelmäßig betroffen. Im vergangenen Winter nahm die Zahl der Arbeitslosen dadurch um ungefähr 100.000 Menschen zu, berichtet DerStandard. Im Vergleich zu den Jahren davor hat sich nicht viel verändert. Im Winter 2006/07 sahen die Zahlen ähnlich aus.

Allerdings sind einige Bereiche stärker betroffen als andere. Gegenüber dem Vorjahr waren im Handel und Bau nahezu fünf Prozent mehr Menschen arbeitslos; in der Leiharbeit liegt der Anstieg sogar bei sechs Prozent.

Geografisch gesehen können sich die Bewohner des Burgenlandes und Kärnten freuen. Bei ihnen kam es nur zu einem Anstieg von jeweils 0,5 Prozent. Tirol macht mit einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr von 7,2 Prozent den dritten Platz, Wien beklagt sich über 7,9 Prozent und in Salzburg liegt der Anstieg sogar bei 9,9 Prozent.

Ausländer und Ältere häufiger arbeitslos

Vor allem die in Österreich lebenden Ausländer sind von dieser Entwicklung betroffen. Bei ihnen kam es zu einer Zunahme von 12,9 Prozent und erreicht damit einen Stand von ungefähr 125.000 Arbeitslosen. Bei den Österreichern stieg der Anteil um 3,4 Prozent auf 342.000 Arbeitssuchende.

Wer zur älteren Generation zählt, sieht sich außerdem häufiger arbeitslos als Personen im jüngeren Alter. Allerdings ist das nicht darauf zurückzuführen, dass Betriebe Ältere vermehrt auf die Straße setzen. Vielmehr kommt es aufgrund der demografischen Entwicklung dazu, dass der Anteil der älteren Personen in Österreich generell zunimmt. Der Eindruck mag dadurch entstehen, dass die Generation 50plus häufiger vom Rausschmiss betroffen ist, dem ist aber nicht so.

Weniger Schulungen für Arbeitslose

Nicht nur die schwache Konjunktur machen Experten für die hohe Arbeitslosenquote verantwortlich, sondern ebenso das AMS (Arbeitsmarktservice). Seit einiger Zeit ist es damit beschäftigt, seine Strukturen zu ändern, worunter die Arbeitslosen leiden.

Zurzeit gibt es deutlich weniger Kurse und Bewerbungstrainings für Betroffene. Das AMS versucht durch seine neuen Strukturen, vermehrt auf die Bedürfnisse der einzelnen Berufe einzugehen und ihnen passende Kurse anzubieten – anstatt allen die gleiche Weiterbildung zu geben. Im Moment ist allerdings noch kein Fortschritt zu sehen. Gegenüber dem Vorjahr befanden sich im Februar 20 Prozent weniger Arbeitslose in einer Fortbildung.

Auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz bietet es sich daher an, sich nicht nur auf das AMS zu verlassen, sondern selbst aktiv zu sein. Plattformen wie StepStone bieten sich für die Jobsuche an. Wer einen eigenen ansprechenden Lebenslauf anlegt, kann sich von Arbeitgebern finden lassen.

Kommentare

Oberon
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Man muss heutzutage nicht ohne Schul- bzw. Berufsabschluss sein, um arbeitslos zu werden und man muss auch kein Owezahra sein, um es längere Zeit zu bleiben. Soviel aus dem realen Leben.
Hier einige "wirkungsvolle" Kurs(Zwangs)Zuweisungen von anscheinend besonders engagierten AMS-Schergen:
Englisch-Muttersprachler - Englischkurs für Anfänger; Muttersprache Deutsch - Deutschkurs für Anf.;...

Oberon
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2.) ...IT- Fachleute - EDV-Kurs für Anf.; Mathematiker - Modul für Grundrechnungsarten; EDV-Kurse für (polnische/wenig Deutsch-Kenntn.) Putzfrauen; die Liste könnte noch eine Weile weitergeführt werden.
Es mag AMS-Berater geben, die sich ehrlich in ihrem Job bemühen, die anderen sind nur Statistikhelfer.
Wenn man sich für Menschen ehrlich interessiert, dann erfährt man solche Sachen...

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