Arbeitslosigkeit sinkt: 5,2 Prozent weniger Österreicher stehen derzeit ohne Job da

186.147 Menschen als arbeitssuchend registriert September 2007: 50.136 Personen in Schulungen<br>Mehr als 2.000 Lehrstellen fehlen in Österreich

Die Situation am heimischen Arbeitsmarkt hat sich im September weiter verbessert. Zum 19. Mal in Folge ging die Zahl der Arbeitslosen zurück. Vollbeschäftigung bis 2010 sei ein realistisches Ziel, betonte Wirtschafts-und Arbeitsminister Martin Bartenstein (V) bei der Präsentation der aktuellen Arbeitsmarktzahlen gemeinsam mit Staatsekretärin Christine Marek (V) und dem AMS-Vorstand Johannes Kopf. In fünf von 9 Bundesländern gebe es schon Vollbeschäftigung. Die Dynamik am Arbeitsmarkt halte voll an. Die Trendwende habe sich seit Frühjahr 2006 verfestigt.

"Wir sind nur mehr einen Katzensprung von der Vollbeschäftigung entfernt", betonte Staatssekretärin Marek. Die Arbeitslosenquote sei im September im Jahresvergleich um 0,3 Prozentpunke auf 4,3 Prozent gesunken. Bis zum 3er vor dem Komma sei man nicht mehr weit entfernt.

Im September ist die Zahl der Jobsuchenden in Österreich um 5,2 Prozent oder um 10.301 auf 186.147 Arbeitslose gesunken. Gleichzeitig ging auch die Zahl der Schulungsteilnehmer zurück, und zwar um 15,4 Prozent oder um 9.092 auf 50.136 Personen zurück.

Rückgang der Arbeitslosen in allen Bereichen
Die Zahl der Beschäftigten ist nach einer Schätzung des Ministeriums im Jahresvergleich um rund 42.000 (+1,3 Prozent) auf 3,378.300 Personen angestiegen. Offene Stellen gab es im September 2007 mit 41.942 um 9,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. 18.917 Betroffene haben eine Einstellzusage und erwarten aktuell keine Vermittlung durch das Arbeitsmarktservice. Die Zahl der Langzeitarbeitssuchenden ist um 23,0 Prozent bzw. 1.707 Personen zurückgegangen. Die Dauer der Arbeitssuche betrugt im September durchschnittlich 93 Tage und hat sich damit um fünf Tage gegenüber dem Vorjahr verkürzt.

Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit waren alle Bereiche betroffen: Der Rückgang der Frauenarbeitslosigkeit fiel im September erstmals stärker aus als der bei den Männern. Bei den Männern betrug der Rückgang minus 4.986 (-5,0 Prozent) auf 95.329 Jobsuchende, bei den Frauen ging die Zahl der Arbeitslosen um 5.315 (-5,5 Prozent) auf 90.818 Betroffene zurück. Bei den über 50-jährigen Personen waren im September 2007 um 833 weniger als Arbeit suchend vorgemerkt als im Vorjahr, was einem Rückgang von 2,3 Prozent entspricht.

Die Zahl der Arbeitslosen ging in allen Bundesländern zurück: Am stärksten war der relative Rückgang im Burgenland mit minus 10,0 Prozent. Danach folgen Salzburg (-9,7 Prozent), Oberösterreich (-8,3 Prozent), Vorarlberg (-6,7 Prozent), Wien (-4,9 Prozent), Niederösterreich (-4,7 Prozent), Tirol (-4,3 Prozent), Kärnten (-3,9 Prozent) und die Steiermark (-2,5 Prozent).

Nach Branchen betrachtet verzeichnet die Sachgütererzeugung mit minus 7,4 Prozent den stärksten relativen Rückgang. Danach folgen der Fremdenverkehr (-6,4 Prozent), der Handel (-5,4 Prozent), das Bauwesen (-5,0 Prozent) sowie unternehmensbezogene Dienstleistungen (-0,8 Prozent).

Einige Wermutstropfen
Einige Wermutstropfen ortet die Gewerkschaft trotz des "erfreulichen" Rückgangs der Arbeitslosenzahlen: Nach wie vor seien Tausende Jugendliche ohne Job, so vida-Vorsitzender Rudolf Kaske. Auch der Rückgang bei der Arbeitslosigkeit Älterer sei nur gering ausgefallen. Bei Menschen mit Behinderungen sei sogar ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu konstatieren. Kaske fordert daher "strukturelle Maßnahmen zur Steigerung der Beschäftigungschancen dieser Gruppen."

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit dürfe für die Regierung kein Grund sein, sich nur auf die Konjunktur zu verlassen, so Arbeiterkammer (AK)-Präsident Herbert Tumpel. Es müsse alles getan werden, um dauerhaft auch im nächsten Jahr für mehr Beschäftigung in Österreich zu sorgen. Im Vergleich zum letzten Konjunkturhoch im September 2000 sei die Arbeitslosigkeit im September 2007 immer noch um 52.347 Personen höher als damals.

(apa/red)