Arabischer Raum bekommt nächsten Grand Prix: Ab 2009 Formel 1-Rennen in Abu Dhabi

Strecke wird derzeit auf Freizeit-Insel Yas gebaut Vertrag mit Emirat läuft vorerst sieben Jahre lang

Ab 2009 wird es neben Bahrain einen weiteren Formel-1-Grand-Prix im Mittleren Osten geben. Schauplatz ist Abu Dhabi, die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und des gleichnamigen Emirates. Der Vertrag läuft auf vorerst sieben Jahre. Gefahren wird auf einer im Bau befindlichen, 5,6 Kilometer langen Strecke auf der 2.550 Hektar großen Freizeitinsel Yas, auf der auch ein Ferrari-Themenpark entstehen wird.

Das hat Bernie Ecclestone bei einer Pressekonferenz des Formel-1-Managements FOM im Rahmen des F1-Festivals in Abu Dhabi bekannt gegeben. Bei dieser größten PR-Veranstaltung der Formel 1 außerhalb eines Grand Prix verfolgten zehntausende Zuschauer alle elf Teams auf einem vier Kilometer langen Stadtkurs. Mit dabei neben Assen wie Weltmeister Fernando Alonso im McLaren und Kimi Räikkönen im Ferrari war auch der österreichische Honda-Testpilot Christian Klien. Abu Dhabi ist das größte der sieben VAE-Emirate.

Gebaut wird die neue Strecke vom deutschen Star-Architekten Hermann Tilke, der u.a. auch schon für die Circuits in Malaysia, China, Bahrain und Türkei verantwortlich war. "Die Insel war ursprünglich flach, aber wir haben künstlich einige Hügel aufgeschüttet, damit die Strecke auf und ab gehen wird", erklärte Tilke.

Nur rund die Hälfte der bemerkenswert langen und mit 20 Kurven versehenen Strecke, die Überholvorgänge erlaubt, wird reine Rennpiste. Der Rest ist öffentlich, führt durch die Stadt und wird nur während des Rennens eingebunden. Neben der Rennstrecke entstehend auf Yas auch Hotels, Shopping-Malls, Appartements, ein Yachthafen sowie Golfplätze und eine Polo-Klub.

Ecclestone will "ewig" in Abu Dhabi fahren
Bernie Ecclestone bezeichnete bei der Präsentation Abu Dhabi als eine der "großartigen Städte der Welt. Wir haben einen Siebenjahresvertrag, aber ich bin sicher, dass wir hier ewig fahren werden." Zur Strecke meinte er: "Die Tilke-Gruppe hat aus den bisher gebauten Strecken etwas gelernt und diese Lehren in dieses Projekt gesteckt. Ich glaube, dass Abu Dhabi den besten Grand Prix der Welt haben wird."

Konkurrenz zu Bahrain, wo die Formel 1 seit 2004 fährt und der Vertrag gerade erst bis ins nächste Jahrzehnt verlängert wurde, sieht Ecclestone nicht. Auch nicht dadurch, dass sich laut dem englischen Formel-1-Boss fünf weitere Länder um einen Grand Prix bemühen. Man wolle den WM-Kalender ohnehin auf 20 Rennen aufstocken, sagte der Brite.

Ecclestone bestätigte auch, dass es künftig Formel-1-Nachtrennen geben könnte. Im Gespräch dafür ist Singapur mit einem Flutlichtrennen auf einem Stadtkurs. "Singapur ist mit der Idee an uns herangetreten. Wir wollen ein oder zwei Nachtrennen im Kalender haben, auch Japan oder China wären gut dafür", sagte Ecclestone.

(apa/red)