Bürgerkrieg von

Arabische Allianz startet neue
Phase im Militäreinsatz im Jemen

Koalition wertet Luftangriffe gegen Houthi-Rebellen als Erfolg

Im Jemen tobt ein blutiger Bürgerkrieg. © Bild: REUTERS/Khaled Abdullah

Knapp vier Wochen nach Beginn der Luftangriffe läutet die von Saudi-Arabien geführte Allianz eine neue Phase im Einsatz gegen die Houthi-Rebellen im Jemen ein. Die Luftangriffe seien erfolgreich gewesen, schwere Waffen und Raketen der Aufständischen seien zerstört worden, sagte der Sprecher der arabischen Koalition, Ahmed Asiri, am Dienstagabend.

Ab Mitternacht sollte demnach auf die Operation "Sturm der Entschlossenheit" ein Einsatz mit Namen "Wiederherstellung der Hoffnung" folgen. Im Zuge dessen könne es Militäreinsätze geben, sollten es die Befehlshaber für nötig halten, sagte Asiri. Er sagte dem arabischen Nachrichtensender Al-Arabiya: "Wir sprechen nicht von einer Waffenruhe." Die Operation "Wiederherstellung der Hoffnung" habe eine "militärische Komponente". Sie werde die Überwachung der Lage aus der Luft und von See aus einschließen. Die Huthi-Milizen würden angegriffen, "wenn sie versuchten Zivilisten Schaden zuzufügen".

Luftangriffe vorerst beendet

Die US-Regierung zeigte sich erfreut über die Beendigung der Luftangriffe im Jemen durch die arabische Militärkoalition. "Wir unterstützen weiterhin die Wiederaufnahme eines von der UNO unterstützten politischen Prozesses und die Erleichterung von humanitärer Hilfe", sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, Alistair Baskey, am Dienstag in Washington.

Das von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis greift seit dem 26. März aus der Luft Stellungen und Waffenlager der schiitischen Houthi-Rebellen an. Die Aufständischen kämpfen gegen sunnitische Milizen und Sicherheitskräfte, die loyal zu dem ins Ausland geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi stehen. Hadi selbst dankte in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten für ihre Unterstützung seiner "Legitimität" als Staatschef des Jemen.

Die Houthis stehen dem Iran nah, der mit Saudi-Arabien um die Vorherrschaft in der Region wetteifert. Nach UN-Angaben starben zwischen dem 26. März und dem 18. April mindestens 436 Zivilisten.

"Sturm der Entschlossenheit"

Durch den Einsatz "Sturm der Entschlossenheit" sei jedwede Bedrohung für Saudi-Arabien und Nachbarländer beseitigt worden, sagte Asiri. In der neuen Phase des Vorgehens gehe es darum, weitere Houthi-Vorstöße zu verhindern, Zivilisten zu schützen und Hilfsbemühungen zu unterstützen.

Wie zudem in der saudischen Hauptstadt Riad verlautete, ordnete König Salman die Mobilisierung der Nationalgarde für mögliche Bodeneinsätze an. Dies nährte Erwartungen, dass Saudi-Arabien zu einer Bodenoffensive übergehen könnte. Die Luftangriffe brachten bisher kaum Veränderungen am Boden. Sie forderten zudem viele Opfer unter der Zivilbevölkerung. Erst am Dienstag hatten Bombardierungen in der Hauptstadt Sanaa zahlreiche Zivilisten getötet.

Saudische Truppen könnten aber auch eingesetzt werden, um die südliche Metropole Aden und ihre Hafenanlagen zu sichern. Zuletzt war es den örtlichen Pro-Hadi-Milizen gelungen, die vorrückenden Houthis aus Aden zurückzudrängen.

Die "New York Times" (Dienstag) und andere Medien hatten zuvor unter Berufung auf Regierungsbeamte berichtet, aus Sorge vor möglichen Waffenlieferungen Irans seien der Flugzeugträger "Theodore Roosevelt" sowie ein Lenkwaffenkreuzer zum Golf von Aden geschickt worden.

Obama warnt den Iran

US-Präsident Barack Obama warnte den Iran indirekt vor Waffenlieferungen an die Houthi-Rebellen im Jemen. Die USA hätten ihre Flotte vor die Küste des Jemen verstärkt, um die Freiheit der Schifffahrt zu garantieren. Falls aber "Waffen an Fraktionen innerhalb des Jemen geliefert werden, die die Schifffahrt bedrohen könnten, ist das ein Problem", sagte er dem TV-Sender MSNBC.

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