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Am Scheideweg?

Zukunft des Unternehmens nach Rücktritt von Steve Jobs wieder ungewiss

Apple - Am Scheideweg? © Bild: APA/EPA

Der Abgang der "iKone" Steve Jobs beschert Apple eine ungewisse Zukunft. "Sollten jetzt harmoniesüchtige Manager die Führung übernehmen, kann Apple wieder fast an die Wand gefahren werden - wie vor 20 Jahren", kommentiert etwa Unternehmensberater Thomas Otte den Rücktritt von Steve Jobs. Befindet sich Apple am Scheideweg?

Jobs Fähigkeit liegt in der Führungsstärke, so der Unternehmensberater weiter: "Jobs ist nicht nur ein hervorragender Produkt-Designer, er hatte auch eine starke normative Idee - frei nach dem Motto: Ich sage euch, wie ich mir die Kommunikationswelt vorstelle und ihr werdet sagen, ich habe Recht."

Leithammel adé - was nun?
Eine starke Idee hat starke Produkte hervorgebracht, so der Tenor von Experten: Jobs sei bei praktisch allen erfolgreichen Produkten von Apple federführend gewesen. Und zwar nicht nur im Technik-Sektor, sondern durch sein "Verständnis von populärer Kultur", vermeldet die New York Times. Andere Fachleute vermuten, dass Apple noch für die kommenden zwei Jahre Asse im Ärmel hat - tatsächliche Langzeitfolgen für Apple ohne Jobs bewegen sich derzeit im Bereich der Spekulation, werden aber trotzdem rege diskutiert.

"Neue Rolle", alles beim Alten
Der Rücktritt wurde indes gut vorbereitet und inszeniert: Das kurze Memo von Jobs zu seinem Rücktritt ist direkt und bewegend: Er erklärt seinen Rücktritt, empfiehlt den bisherigen COO und zeitweiligen Stellvertreter Tim Cook als künftigen CEO. Jobs werde Apple "in einer neuen Rolle" weiterhin treu bleiben und bedankt sich für die Freundschaft vieler Apple-Mitarbeiter. Kurz darauf wurde Tim Cook per Presseaussendung vorerst bestätigt.

Großartige Produkte, so Jobs in einem früheren Interview, entsprechen immer einem "Triumph des Geschmacks". Diese einzigartige Philosophie für Apple zu erhalten ist Branchenkennern zufolge der Schlüssel zu einer erfolgreichen Zukunft für Apple - auch wenn Steve Jobs mit seiner Führungsstärke nicht ersetzbar ist.

Der neue Apple-Chef Tim Cook hat unterdessen in seiner ersten E-Mail an die Mitarbeiter versprochen, dem Geist des Technologie-Pioniers treu zu bleiben. "Ich möchte, dass Ihr sicher seid, dass sich Apple nicht verändern wird", schrieb Cook in dem Brief, der von mehreren Online-Diensten veröffentlicht wurde.

Betroffenheit auf Twitter
Auch auf Twitter hat Jobs große Wellen geschlagen. "Steve: Du hast eine Generation geprägt und damit die Welt verändert. Danke, wir wünschen Dir das Beste." Diese und tausende andere Respektbezeugungen und Besserungswünsche sind derzeit dort zu lesen.