Anzeigen aber auch Aufklärung rückläufig:
Bisherige Kriminalstatistik 2008 präsentiert

Aufklärungsquote im Schnitt bei mageren 38 Prozent Bundeshauptstadt mit 27,7 Prozent klares Schlusslicht

Anzeigen aber auch Aufklärung rückläufig:
Bisherige Kriminalstatistik 2008 präsentiert © Bild: APA/Helmut Fohringer

Das Jahr 2008 hat Österreich bisher einen Rückgang von 4,3 Prozent bei den Strafanzeigen, verglichen mit dem Vorjahr aber auch eine leicht gesunkene Aufklärungsquote (minus 0,8 Prozent) von 38,0 Prozent beschert. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Kriminalstatistik der Monate Jänner bis September, die von Bundeskriminalamt und Innenministerium veröffentlicht wurde. Noch vor wenigen Wochen stand die Statistik wegen der Erfassungsform von Delikten und ihrer Aussagekraft im Kreuzfeuer der Kritik. Eine deutliche Anzeigenzunahme zeigen die Zahlen diesmal bei einzelnen Grenzbezirken.

Statt 441.846 Straftaten wie 2007 wurden heuer bis Ende September nur 422.989 Delikte von der Polizei bei den Staatsanwaltschaften angezeigt. Die Kriminalität habe in allen Bundesländern - am deutlichsten im Burgenland mit einem Minus von 10,4 Prozent - abgenommen, hieß es in der Aussendung. In Wien (minus 0,8 Prozent) und Tirol (minus 2,9 Prozent) gab es den geringsten Rückgang.

Wien Schlusslicht bei Aufklärungsquote
Verschlechtert hat sich in allen Bundesländern - ausgenommen Wien - die Aufklärungsbilanz. Vor allem im Burgenland (minus 14 Prozent), aber auch in der Steiermark (minus 11 Prozent) kam es zu einem deutlichen Rückgang bei den geklärten Fällen. In der Bundeshauptstadt wurden 0,2 Prozent mehr Fälle gelöst, die Klärungsquote verbesserte sich damit um 0,3 Prozentpunkte auf 27,74 Prozent. Wien erzielte gegenüber allen anderen Bundesländern aber nach wie vor das schlechteste Ergebnis. Zum Vergleich: Bei 54,40 Prozent der Delikte in Vorarlberg oder 48,44 Prozent der Fälle in Oberösterreich wurden die Täter erwischt.

In den Bezirken zur Staatsgrenze gab es teilweise deutliche Zunahmen der Anzeigen, aber auch massive Rückgänge: In Freistadt in Oberösterreich zeigt die Statistik ein Plus von 18,38 Prozent, im burgenländischen Mattersburg gab es 13,16 Prozent mehr Straftaten, im niederösterreichischen Mistelbach waren es 12,53 Prozent. In Horn oder Oberwart verzeichnete das Bundeskriminalamt hingegen ein deutliches Minus von 31,27 bzw. 23,19 Prozent.

In St. Pölten (plus 4,7 Prozent) und Klagenfurt (plus 3,9 Prozent) hat die Kriminalität in den ersten neun Monaten des Jahres 2008 eindeutig zugenommen, in den übrigen Landeshauptstädten zählte die Statistik weniger Anzeigen. Den deutlichsten Rückgang gab es in der Stadt Salzburg mit einem Minus von 14,4 Prozent, gefolgt von Graz (minus 8,9 Prozent). (apa/red)