Anwalt fordert nun "Ruhe" für Natascha:
"Was sie macht, ist für uns zu akzeptieren"

NEWS: Ganzger nimmt in "Offenem Brief" Stellung Notwendige Ermittlungen sollen durchgeführt werden

Anwalt fordert nun "Ruhe" für Natascha:
"Was sie macht, ist für uns zu akzeptieren" © Bild: APA/Newald

In der morgen erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS wendet sich der Anwalt von Natscha Kampusch, Gerald Ganzger, für seine Mandantin in einem "Offenen Brief" an die Öffentlichkeit. Auslöser dafür ist die Aufregung um die jüngsten Interviews, welche der Vorsitzende der Evaluierungskommission im Fall, Ludwig Adamovich, gegeben hat. Im Folgenden der Text im Wortlaut:

"Natascha Kampusch ist keine Kunstfigur, sondern eine junge Frau, die ein schweres Schicksal erlitten hat und täglich versucht, ihren eigenen Weg zu beschreiten, dieses Schicksal zu bewältigen. Manche ihrer Schritte sind auch ihrem engsten Kreis, auch mir, oft rätselhaft. Ich sehe aber, dass dieser Weg sie zügig in ein normales Leben zurückführt. Das, was sie macht, ist von uns allen zu akzeptieren. Sie stellt keine Forderungen an ihre Umwelt, sie will auch keine Sonderbehandlung, sie wünscht nur, dass wir alle den von ihr eingeschlagenen Weg akzeptieren. Mir ist völlig klar, dass viele, die mit dem "Fall Kampusch" zu tun haben, Journalisten, aber auch die Öffentlichkeit, manches, was Frau Kampusch tut oder sagt, nicht verstehen, vielleicht auch nicht goutieren. Wir alle sollen gar nicht versuchen, es zu verstehen; wir können es nicht verstehen, weil wir dieses Schicksal nicht erlitten haben."

Wenn Ermittlungen noch notwendig sind, so sollen sie durchgeführt werden. Ich denke, dass die mittlerweile schon stolze Anzahl von Juristen, die damit beschäftigt ist, es schafft, gemeinsam einen sinnvollen Weg zu finden, um endlich die Ermittlungen abzuschließen."

Was Ludwig Adamovich über die Situation von Natascha denkt, lesen Sie im NEWS 32/09!