Anti-Musharraf-Demo mit Gewalt beendet: Tränengas und Schlagstöcke eingesetzt

Bei Auseinandersetzungen 57 Menschen verletzt Besonders umstritten: Oberbefehl über die Armee

Anti-Musharraf-Demo mit Gewalt beendet: Tränengas und Schlagstöcke eingesetzt

In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind bei Straßenschlachten zwischen Sicherheitskräften und Gegnern des Militärmachthabers Pervez Musharraf rund 60 Menschen verletzt worden. Hunderte von Demonstranten - darunter viele Rechtsanwälte - hatten sich versammelt, um gegen die Zulassung Musharrafs zur Präsidentenwahl zu protestieren. Die Polizei setzte Tränengas und Knüppel ein, um etwa 300 Anwälte daran zu hindern, zu den Büros der nationalen Wahlkommission zu gelangen. Die Polizisten wurden mit Steinen beworfen, hieß es.

"Etwa 35 bis 40 unserer Kollegen wurden verletzt, davon zehn schwer", sagte der Präsident der Anwaltskammer am Verfassungsgericht, Munir Malik. Nach Krankenhausangaben wurden bei den Auseinandersetzungen insgesamt 57 Menschen verletzt. Oppositionelle Anwälte hatten bereits im Frühjahr Massendemonstrationen gegen Musharraf angeführt, der sich 1999 als Armeechef unblutig an die Macht geputscht hatte.

Auslöser der jüngsten Proteste war eine Entscheidung des Verfassungsgerichts in Islamabad vom Vortag, wonach Musharraf am 6. Oktober zur Präsidentenwahl antreten darf. Es sei kein Hindernis, dass Musharraf zugleich Armeechef sei. Damit blieben mehrere Petitionen der Opposition erfolglos.

Musharraf hat angekündigt, seine Uniform erst nach der Wahl am Samstag kommender Woche, aber noch vor der Vereidigung abzulegen. Sollte er nicht wiedergewählt werden, will er Armeechef bleiben. Nach dem Wahlrecht des föderalen Staates wählen das Parlament in Islamabad und die vier Provinzparlamente den Präsidenten. In den Parlamenten haben die regierende Pakistanische Muslim-Liga PML (Q) und verbündete Parteien eine knappe Mehrheit.

(apa)