Anti-Krebs-Impfung

Die Medizin-Sensation: Erstmals gibt es eine Spritze gegen Gebärmutterhals-Krebs.

Anti-Krebs-Impfung

BEDROHUNG. Humane Papilloma-Viren sind die Ursache von Gebärmutterhals-Krebs. Jetzt soll eine Impfung schützen.

Es ist ein Moment, den Klara Singer nie vergessen wird: diesen Tag vor genau drei Jahren. Jenen Augenblick, als ihr Gynäkologe die schreckliche Diagnose stellte: Gebärmutterhalskrebs. „Gleich danach“, erinnert sich die Wienerin, „hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen.“ Trotz Entfernung des zwei Handbreit großen Tumors bildeten sich zwei Jahre später weitere aggressive Metastasen. Nur dank einer starken Chemotherapie konnte das Überleben der 54-Jährigen gesichert werden. Singer: „Dabei hat alles schon viel früher begonnen. Denn bereits vor 20 Jahren wurde bei mir ein positiver Krebsabstrich diagnostiziert.“

100 Prozent Schutz. Zwei Jahrzehnte, die die Wienerin von Krankheit und Gesundheit trennen – und der Frühpensionistin im Idealfall eine lange und schwere Leidensgeschichte erspart hätten. Denn der Traum vieler Mediziner scheint jetzt endlich Wirklichkeit geworden zu sein: eine Impfung gegen Krebs – im Speziellen gegen Gebärmutterhalskrebs. Verursacht wird die Erkrankung, die zu den weltweit zweithäufigste bösartigen Tumoren bei Frauen zählt, zu nahezu 100 Prozent durch chronische Infektionen mit so genannten Humanen Papillomaviren (HPV). Die Übertragung der Viren, von denen nur ein geringer Teil eine Krebserkrankung auslösen kann, findet dabei in erster Linie durch sexuelle Kontakte statt. Bei über 90 Prozent der Infizierten ist das Immunsystem ganz von selbst in der Lage, mit den 55 Nanometer kleinen Eindringlingen fertig zu werden.

In zehn Prozent der Fälle kommt es allerdings zu einer chronischen Infektion, die bei Frauen im schlimmsten Fall zum gefürchteten Gebärmutterhalskrebs oder Vulvakarzinom und bei Männern zu Penistumoren und Analkrebs führen kann. Alleine in Österreich weisen 60.000 Frauen Abstrichauffälligkeiten und frühe Vorstufen des Zervixkarzinoms auf. 5.000 werden wegen Vorstufen operiert, 500 werden mit der tragischen Diagnose Gebärmutterhalskrebs konfrontiert, wobei Frauen um das 40. beziehungsweise 65. Lebensjahr besonders gefährdet sind. Dennoch: Auch junge Frauen sind nicht vor der Krankheit gefeit – bereits 23-jährige Patientinnen sterben an dem bösartigen Karzinom.

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Gegen welche Krebsarten es ebenfalls schon bald eine Impfung geben könnte.