EM 2016 von

"Anspannung" bei Weltmeister Deutschland vor Ukraine-Partie

Mats Hummels dürfte bald wieder fit sein © Bild: APA (AFP)

Die neu-formierte Abwehr von Fußball-Weltmeister Deutschland steht bei der EM in Frankreich am Sonntag (21.00 Uhr) gegen die Ukraine vor der ersten Prüfung. Die DFB-Auswahl reiste am Samstag vom Teamquartier in Evian-les-Bains in Richtung Lille. "Man merkt eine gewisse Anspannung bei den Jungs. Das ist ein ganz gutes Zeichen für das erste Spiel", erklärte DFB-Assistenztrainer Thomas Schneider.

Spätestens in den Stunden vor dem Spielbeginn am Sonntag sei der Hebel dann endgültig umgelegt, blickte Schneider optimistisch nach vorne. "Ich bin froh, dass es losgeht, darauf arbeitet man hin. Wir hatten gute Vorbereitungswochen und haben auch in Frankreich gut gearbeitet", sagte Offensiv-"Joker" Andre Schürrle.

"Ich freue mich wahnsinnig, wenn es jetzt losgeht", sagte Deutschlands Trainer Joachim Löw. Der Weltmeister geht ohne Personalprobleme ins Match. Wer als Kapitän aufs Feld läuft, ließ der Schwabe offen. Für die EM bleibe Bastian Schweinsteiger aber sein Spielführer: "Weil ich weiß, dass er im Turnierverlauf zum Einsatz kommen wird".

Besonders hohe Turniererwartungen setzt Löw in Spielmacher Mesut Özil, über den er in Lille wie nie zuvor schwärmte. "Er ist in einer überragenden Verfassung", berichtete der Coach. Der Spielmacher sei mit seiner herausragenden Technik extrem wertvoll für die Mannschaft und besser als beim WM-Triumph 2014. Natürlich werde der Weltmeister auch gegen die Ukraine in der Startformation stehen. Gleiches gilt für Thomas Müller, den Löw als "Entscheider" im deutschen Angriff bezeichnete.

Verteidiger Mats Hummels hat indes exakt drei Wochen nach seinem Muskelfaserriss in der Wade das Teamtraining aufgenommen. Der Innenverteidiger war am Samstagabend bei der abschließenden Übungseinheit für das Ukraine-Spiel in Lille wie die übrigen 22 Akteure dabei. Das Dach im Stade Pierre Mauroy war beim Training geschlossen. "Mats Hummels ist individuell bei hundert Prozent", berichtete Löw zuvor in der Pressekonferenz. "Mit ihm können wir für die nächste Woche planen."

Die Ukrainer, die in der Quali-Gruppenphase nur vier Gegentore kassierten, ließen sich vor dem Auftaktspiel nicht in die Karten blicken. "Natürlich werden wir unsere Taktik nicht verraten", antwortete Jewgeni Konopljanka von Europa-League-Sieger FC Sevilla auf entsprechende Fragen. Trainer Michail Fomenko betonte, das Spiel werde zwar schwer. "Wir wissen aber genug - das besprechen wir aber intern und nicht in der Öffentlichkeit."

Lediglich eine öffentliche Einheit gab es seit der Ankunft am Dienstag. Gleich am Mittwoch präsentierten sich die Osteuropäer ihren Gastgebern in Aix-en-Provence. Danach hieß es: Schotten dicht. Seither werden Schaulustige bereits am Tor des kleinen Stade Georges-Carcassonne von Sicherheitskräften abgewiesen. Das Trainingsgelände ist mit blauen, blickdichten Planen abgeschirmt. Einzig der Hausmeister des lokalen Vereins kann durch sein Büro auf den Fußballplatz schauen.