Anschlagsserie in Pakistan geht weiter: Selbstmordattentat fordert 30 Todesopfer

Zahlreiche weitere Menschen bei Explosion verletzt Anschlag ereignete sich auf einem Basar im Swat-Tal

Anschlagsserie in Pakistan geht weiter: Selbstmordattentat fordert 30 Todesopfer © Bild: APA/EPA/Iqbal

In Pakistan gehen die seit Monaten von einer Regierungsoffensive bedrängten Taliban offenbar zum Gegenangriff über. In Shangla, einem östlichen Nachbarbezirk des Swat-Tals, riss nach Behördenangabe ein Selbstmordanschlag auf ein Militärfahrzeug mindestens 30 Menschen in den Tod. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, wurden 45 weitere Menschen verletzt, als sich der Attentäter auf einem Basar in die Luft sprengte. Der Sender Geo TV gab die Zahl der Toten unter Berufung auf einen Abgeordneten des Provinzparlaments sogar mit 41 an.

Die Behörden machten die Taliban für die Bluttat verantwortlich. Diese bekannten sich in einem Anruf bei der Nachrichtenagentur AP auch zu dem Angriff auf das Hauptquartier der Streitkräfte am Wochenende, bei dem 20 Menschen getötet worden waren.

Taliban griffen Armeehauptquartier an
Taliban-Sprecher Azam Tariq bezeichnete die 22-stündige Besetzung des Nervenzentrums des pakistanischen Heeres in Rawalpindi als erste Aktion einer Angriffsserie, mit dem die Tötung des pakistanischen Taliban-Führers Baitullah Mehsud bei einem US-Raketenangriff im August gerächt werden solle. Die Regierung hatte nach der Rückeroberung des Hauptquartiers durch Elitesoldaten angekündigt, nun auch eine Großoffensive gegen Extremisten in den Stammesregionen von Südwaziristan einzuleiten. Azam warnte die Streitkräfte davor. Die Taliban hätten alle Zellen im Land angewiesen, ähnliche Angriffe auszuführen.

Pakistanische Kampfflugzeuge bombardierten unterdessen in einer Stammesregion im Nordwesten mutmaßliche Verstecke von Extremisten. Dabei wurden nach Angaben eines örtlichen Regierungssprechers 13 Menschen getötet und neun verletzt. In der betroffenen Region Bajur hatten die pakistanischen Streitkräfte eine sechsmonatige Offensive geführt, die im Februar beendet wurde. Damals erklärten die Behörden die Taliban dort für besiegt.

Serie von Anschlägen
In der größten Stadt der Region, Khar, detonierte eine ferngezündete Bombe vor einem Verwaltungsgebäude. Dabei wurde ein Passant verletzt. Zehn Stammesälteste wurden Regierungsangaben zufolge nach einem Treffen entführt, in dem über die Bildung einer Bürgerwehr zum Schutz gegen die Taliban beraten wurde. Hinter der Entführung werden Extremisten vermutet.

Bereits wenige Tage zuvor hatte ein Selbstmordattentäter auf einem Markt in der nordwestpakistanischen Millionenstadt Peshawar mehr als 50 Menschen mit in den Tod gerissen. Bei einem Selbstmordanschlag in Islamabad waren fünf Angestellte des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) getötet worden.

(apa/red)