Anschlag in Toulouse von

Kritik an Elitepolizei RAID

Regierung verteidigt Vorgehen gegen Attentäter - Killer Merah auf US-Flugverbotsliste

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    Der mutmaßliche Serienmörder von Toulouse, Mohammed Merah, ist tot. Die Polizei hatte am Donnerstagvormittag sein Versteck gestürmt.

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    Nach einem Schusswechsel mit den Beamten sei Merah aus dem Fenster gesprungen und unten tot aufgefunden worden.

Nach dem Tod des Toulouse-Killers Mohamed Merah wird die Kritik an dem Einsatz der Polizei-Eliteeinheit RAID immer lauter. Frankreichs Regierungschef Fillon verteidigt jedoch das Vorgehen der Sicherheitsbehörden gegen den Serienattentäter. Es habe keine Möglichkeit gegeben, den 23-Jährigen vor seinen Taten zu ergreifen, so Fillon vor dem französischen Radiosender RTL.

"In einem Land wie unserem haben wir nicht das Recht, jemanden ohne gerichtliche Anordnung ständig zu beobachten, der kein Verbrechen begangen hat", sagte Fillon. "Wir leben in einem Rechtsstaat." Der algerischstämmige Franzose Mohammed Merah war bereits vor seinen Taten geheimdienstlich bekannt. Laut Ermittlern war er 2010 und 2011 in Afghanistan und Pakistan; gegenüber der Polizei hatte er angegeben, dem Terrornetzwerk Al-Kaida anzugehören. Laut US-Geheimdienstkreisen stand Merah auf einer Flugverbotsliste der USA. Schon als Minderjähriger war er mehrfach wegen kleinerer Delikte aufgefallen und saß im Gefängnis. Eine Frau aus Toulouse hatte Merah zudem vor knapp zwei Jahren wegen Al-Kaida-Videos angezeigt, die er ihrem Sohn gezeigt haben soll.

RAID als beste Einheit
Nach der Erschießung von Merah beim Zugriff ist auch Kritik an den Spezialkräften laut geworden. Es müsse gefragt werden, warum es der Polizei-Eliteeinheit RAID als "bester Einheit" der Polizei nicht gelungen sei, einen einzelnen Mann lebend zu fassen, sagte der Gründer einer anderen französischen Spezialeinheit, Christian Prouteau, der Zeitung "Ouest France". Die Operation sei "ohne klares taktisches Schema" ausgeführt worden. Prouteau sagte, gegen den in einer Wohnung verbarrikadierten Mohamed Merah hätte Tränengas eingesetzt werden müssen. "Das hätte er keine fünf Minuten ausgehalten." Die von Prouteau gegründete Gendarmerie-Spezialeinheit GIGN gilt als so etwas wie die Konkurrenz der Raid.

Elitepolizisten war am Donnerstagvormittag nach einem zermürbenden Nervenkrieg in die Wohnung Merahs im südfranzösischen Toulouse eingedrungen. Der algerischstämmige Franzose hatte sich im Bad versteckt und kam laut Innenminister Claude Gueant "mit äußerster Gewalttätigkeit" um sich schießend heraus. Dann sei er mit der Waffe in der Hand aus dem Fenster gesprungen. Dabei erschossen ihn laut Staatsanwaltschaft Scharfschützen.

RAID-Chef verteidigt sich
RAID-Chef Amaury de Hauteclocque sagte der Online-Ausgabe der Zeitung "Le Monde", Merah habe die Polizisten mit einer "unerbitterlichen Entschlossenheit" erwartet. "Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich jemanden gesehen habe, der uns angreift, obwohl wir ihn gerade angreifen."

Merah hatte sich dazu bekannt, im Großraum Toulouse sieben Menschen getötet zu haben, darunter am Montag drei jüdische Kinder. Nach einem zermürbenden Nervenkrieg wurde er am Donnerstag von französischen Elitepolizisten erschossen.

Auf US-Flugverbotsliste
Der getötete Serienattentäter hat als Terrorverdächtiger auf einer US-Flugverbotsliste gestanden. Wie am Donnerstag aus Geheimdienstkreisen in Washington verlautete, befand sich Mohamed Merah im Visier der US-Behörden. Der Franzose algerischen Ursprungs sei "seit einiger Zeit" auf der Liste von Personen geführt worden, die wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Terrorgruppen nicht in die USA fliegen dürfen.

Kommentare

Nein,der Elitepolizei RAID ist hier glaube ich nichts vorzuwerfen. Aber dieser Fall ist für mich ein weiterer Beweis dafür, dass die Vorratsdatenspeicherung, die man uns Bürgern jetzt aufs Auge drückt, rein zur Bürgerüberwachung dient und n i e m a l s, ich wiederhole niemals, einen terroristischen Anschlag verhindern wird können. Wenn man bedenkt, dass dieser Attentäter seit Jahren von den besten Geheimdiensten beobachtet wurde, dass amerikanische, europäische und israelische Behörden jihadistische radikale Webseiten seit Jahren hacken, sperren und infiltrieren und dieses Attentat nicht einmal im Ansatz ahnten geschweige denn verhindern konnten, dann kann ich nur lachend den Kopf schütteln, wenn man mir weismachen will, die Vorratsdatenspeicherung diene der Terrorismus-und Kriminalitätsbekämpfung. Lächerlich, einfach nur lächerlich!

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Ich habe es vorher gesagt! Ich habe es schon vorher gesagt, lange bevor der Einsatz zu Ende war, dass der Täter sich entweder selbst tötet oder von der Polizei erschossen werden wird. Solche verkrachte Existenzen lassen sich nicht einsperren. Aber ich habe auch schon vorher gesagt, dass - egal wie der Einsatz ausgeht - die Polizei wieder einmal kritisiert werden wird. Wenn die dummen Journalisten nichts zu berichten wissen, dann wird halt die Polizei kritisiert. Ein Bild, dass sich bei solchen Ensätzen immer wieder wiederholt. Egal was die Polizei macht, es ist immer falsch. Wenn aber ein Journalist umgekommen wäre, dann wäre das große Heulen und Wehklagen ausgebrochen. Hätte die Polizei dann den Täter erschossen dann hätten die Schreiberlinge gefragt, warum man ihn nicht schon vorher, vor demTod des Journalisten erledigt hat.

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Re: Ich habe es vorher gesagt! Sorry ein Fehler den ich erst jetzt entdeckt habe. Es heißt natürlich ... eine Bild, das ......

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