Anschlag auf irakische Polizei-Rekruten:
Mindestens 50 Tote, mehr als 100 Verletzte

Attentäter sprengte sich neben Rekruten in die Luft Schwerster Anschlag im Irak seit mehreren Monaten

Anschlag auf irakische Polizei-Rekruten:
Mindestens 50 Tote, mehr als 100 Verletzte © Bild: Reuters

Bei einem Selbstmordanschlag auf Polizei-Rekruten in der irakischen Stadt Tikrit sind mindestens 50 Menschen getötet worden. Mehr als 100 Menschen erlitten nach Behördenangaben Verletzungen, als sich ein Attentäter mit einem Sprengstoffgürtel unter den wartenden Rekruten in die Luft sprengte. Vize-Gouverneur Ahmed Abdul Jabbar vermutete das Extremistennetz Al-Kaida hinter der Tat.

Zum Zeitpunkt des Anschlags standen nach Polizeiangaben mehr als 300 junge Männer mit ihren Dokumenten Schlange, um sich für eine Stelle bei der Polizei zu bewerben. "Jetzt liegen überall Tote und Verletzte", sagte ein Polizeisprecher. Im Krankenhaus herrschten chaotische Zustände. Die Ärzte seien auf diese große Zahl von Verletzten offenbar nicht vorbereitet gewesen, verlautete aus Polizeikreisen. Über die Lautsprecher von Moscheen wurde die Bevölkerung zum Blutspenden aufgerufen.

"Wer sonst außer Al-Kaida?"
Für Jabbar ist die Al-Kaida Drahtzieher des schwersten Anschlages im Irak seit mehreren Monaten: "Wer sonst außer Al-Kaida kann es schon sein, der uns weiterhin abschlachten will. Es sind Terroristen." Nach dem Rückzug der US-Kampftruppen aus den irakischen Städten haben Extremisten vor allem einheimische Polizisten und Soldaten ins Visier genommen, um die Lage zu destabilisieren. Tikrit liegt rund 150 Kilometer nördlich von Bagdad und ist die Heimatstadt des hingerichteten Diktators Saddam Hussein.

Die Gewalt im Irak ist zuletzt zurückgegangen. So sank die Zahl der getöteten Zivilisten 2010 auf knapp 4000 und damit auf den tiefsten Stand seit der Invasion der US-Truppen. Radikale Sunniten und Schiiten-Milizen verüben aber weiterhin täglich Angriffe.

(apa/red)